Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/30/
mit seinen Leistungen zufrieden ist und sie zu würdigen
versteht.
Empörende Mißhandlungen werden auch an den Thieren
verübt durch kleinliche Prahlerei. Mancher macht durch die
Straße einen Paraderitt, spornt das Pferd, daß das Blut
herunter läuft, und begebt dabei auch noch andere tollsinnige
Quälereien. Mancher wettet, daß sein Pferd diese oder
jene Strecke Weges In kürzerer Zeit zurück lege, als das
eines Ändern, und bestimmt dazu eine unverhältnißmäßige
kurzeZeit. Die armen Thiere werden dann so furchtbar abgehetzt,
daß eine Dampfwvlke von ihnen aufsteigt, das Blut aus
Maul und Nase läuft, und daß sie an allen Gliedern zittern.
Nicht selten wurde schon ein Pferd zu Tode gejagt, und
warum? Bloß well es die Tollheit seines Herrn so haben
wollte. Mancher ist roh und unsinnig genug, seine Bru
talität und blinde Wuth an den Thieren, die ihm nichts ge
than haben, auozulasscn, weil sie Unmögliches nicht leisten
können. Solche abgeschmackte, unsinnige Rohheiten gehören
zu den grausamsten Thierquälereien, verdienen Abscheu und
Verachtung und entwürdigen den, der sie begeht, statt ihm
Ehre und Ruhm zu bringen, wie er sich thöricht einbildet.
Eine grausame Thierquälerei ist es nicht nur, die Thiere,
welche wir zur Arbeit, zu unserm Nutzen oder Vergnügen
gebrauchen, über ihre Kräfte anstrengen, sondern auch sie
zu vernachläßigen und Hunger und Durst leiden zu lassen.
Viele lassen die Zugthiere vom frühen Morgen bis zum späten
Abende unausgesetzt mit größter Anstrengung arbeiten, treiben
sie. wenn sie schon ganz ermattet sind, mit Schlägen und
Peitschenhiebe» an. und sperren sie dann kn den Stall, ohne
ihnen gehöriges Futter zu reichen. Das arme Thier muß
vom .ibende bis zum nächsten Morgen Hunger leiden, und
kaum wird es Tag, so spannt der grausame Eigenthümer
oder sein Diener dasselbe wieder eilt» und läßt es wieder den
halben, oder gar den ganzen Tag, ohne ihm den Hunger
zu stillen, mit größter Anstrengung arbeiten. Manche machen
sogar mit den armen Pferden, die während einer ganzen
Woche übermäßig arbeiten und dabei größtentheils hungern
mußten, am Sonntag zum Vergnügen weite Reisen und
schlagen und stoffen sie. wenn sie aus Mattigkeit nicht mehr
laufen oder gehen können. Sie sitzen auf den Rücken der ab
gemarterte» Thiere oder lassen sich von ihnen ziehen, und
lachen, singen und lärmen dabei. Nicht selten wird in später

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