Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/6/
nur Eitelkeit und Vorurtheil hervor. Der treffliche Burd a ch
sagt in seinen Blicken in's Leben folgende wichtige Worte-
„Ausser einer hochmüthigcn Beschränktheit, welche auf die
Thiere herabblickt, als ob sie in psvchischer (geistiger) Hinsicht
gar nichts mit uns Menschen gemein hätten, und als ob
die Untersuchung ihrer Seelenthätigkeiten nicht auch für uns
lehrreich werden könnte, kann auch eine zarte Scheu solche Ver
gleichung verschmähen, um nicht den Menschen durch Zu
sammenstellung Mit dem. Thiere herab zu würdigen. Indeß
hat man den Bau des Menschenleibes mit dem des Thier-
Leibes bis zum Wurme herab zusammengehalten, und es ist
ihm dadurch nichts weniger als eine L-chmach widerfahren;
vielmehr ist dadurch seine Trefflichkeit erst noch mehr offen
bar geworden." Es kann also unmöglich die hohe Würde,
die der Mensch in der Schöpfung einnimmt, verletzt oder
vermindert, sondern nur noch mehr erhöht werden, wenn wir
mit prüfendem Blicke untersuchen, was das Thier in psychischer
Hinsicht mit dem Menschen gemein hat.
Die Thiere handeln nach den Eindrücken der Slnnes-
Werkzeuge, denken, überlegen, fassen mittels ihrer geistige,,
Kräfte auf, machen sich angenehme und unangenehme Vor
stellungen, lernen manches Schöne und Gute, fühlen Freude
und Schmer;, beginnen und verrichten Dieses und unter
lassen Jenes. Ihr ganzes Leben, namentlich bei den höher,,
Thieren, ist voll von Geschäftigkeiten, und dieß würden sie
gewiß nicht thun können, wenn sie nicht Verstand und andere
geistige Eigenschaften besäßen; denn Fleisch und Blut allein
können nicht denken, nicht überlegen, nicht Angenehmes und
Unangenehmes fühlen. Es ist also ausser Zweifel, daß die
Thiere geistige Kräfte besitzen, die sich bei den vollkommenen
Thieren fast unmittelbar a» die geistigen Kräfte der wilden
Menschen anreihen.
Es gibt sogar Thiere, bei denen das eine oder andere
Siuncs-Werkzeng feiner und ausgebildeter ist, als bei dem
Menschen. So z. B. entdeckt der Hund mittels seines Geruch-
Organes verlorne oder versteckte Gegenstände, die häufig der
Mensch nicht finden würde; der Adler kann mit seinem scharfen
Auge frei in die Sonne sehen: der Laubfrosch, die Spinne rc.
deuten zuvor den Wechsel der Witterung an. :c. Die geistigen
Eigenschaften vieler Thiere sind in mancher Beziehung wahrhaft
musterhaft und verdienen Nachahmung. Die Liebe, Treue,
Geduld. Klugheit rc. eines Hundes, eines Pferdes u. s.w., der

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