Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/64/
jede Mißhandlung der Thiere für erlaubt halten, dieselben aus
Muthwillen und zum Zeitvertreibe martern, und, wie dies nicht
selten von ausgelassenen Kindern geschieht, ein unmenschliches
Vergnügen daran finden, durch langsame Qualen dem Leben der
selben ein Ende zu machen.
Eine solche grausame Mißhandlung der Thiere, welche, wie
dies ausdrücklich in der heil. Schrift li. Mos. 23, 4. u. V. Mos.
22, 6. angedeutet ist, demWillen des allgütigen Gottes
widerstreitet, und zugleich, Sxrüchw. 16, 12. als ein Merk
mal der Gottlosigkeit erklärt wird, unterdrückt über
dies das edle Gefühl des Mitleids in dem menschli
chen Herzen, erzeugt nach und nach Gefühllosigkeit gegen
die Leiden des Nächsten, und führt, wie die Erfahrung
lehrt, nicht selten zur Härte uud Grausamkeit gegen die
Mitmenschen.
Es ist daher ein sehr wohlthätiges Unternehmen, daß sich kn
dem gemeinsamen deutschen Vaterlande und besonders im König
reiche Bayern, mit Genehmigung und mit Bezeugung aller-
höchstenWohlgcfallcns Seiner Königlichen Majestät,
Vereine zu dem edlen Zwecke gebildet haben, die nutzlosen, un-
nöthigcn und grausamen Mißhandlungen und Quälereien der
Tbiere durch Beispiel, Belehrung, Ermahnung und andere äußer«
Mittel zu verhüten, zu verhindern und möglichst zu mindern.
Verbindungen dieser Art bestehen bereits in München, Nürn
berg , Regcnsburg, Bamberg , Würzburg u. a. O. Auch haben
die jenseitigen Bischöflichen Ordinariate die lobenswerthe Absicht
dieser Vereine, ihre Grundsätze und Satzungen nicht nur aner
kannt und gebilliget, sondern auch der ihnen untergebenen Pfarr-
Geistlichkeit die Theilnahme an denselben empfohlen und sie auf
gefordert, das wohlthätige Bestreben derselben durch seelsorger-
lichen Einfluß zu unterstützen, und ihren edlen Zweck durch 'die
ihr zu Gebote stehenden geeigneten Mittel kräftig befördern zu
helfen.
Der Errichtung solcher Vereine in dem Gebiete der Pfalz
stehen zwar in den besondern gesetzlichen Verhältnissen des dies
seitigen Kreises noch zur Zeit Hindernisse entgegen; da cs jedoch
auch ohne diese Veranlassung schon in der Berufspflicht der Seel
sorger liegt, der an und für sich sündhaften und sonst der
Sittlichkeit nacht heiligen Mißhandlung der Thiere
durch Belehrung und Ermahnung entgegen zu wirken: so haben
Sich Seine Bischöfliche Gnaden bewogen gefunden, auch ihr«
Di öce sän geistlich keil an diese Berufspflicht zu erinnern,

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66