Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/71/
3) Den 13. August 1842. Bei dieser Gelegenheit zeigt
man an, daß nach mehreren angestellten Versuchen Fisch-
Schmalz sich als ein wirksames Mittel gegen die sogenann
ten Bremsen bewahrt hat; es verbreitet nicht den unange
nehmen Geruch, wie manches andere Mittel, kostet äußerst
wenig und die geringe Unannehmlichkeit, daß die Pferde et
was mühsam zu putzen sind, ist nichts im Vergleiche zu den
entsetzlichen Leiden, die den ohnehin unglücklichen Thieren,
und zu den sonstigen Bemühungen und Kosten, die
den Pferdebesitzern oder ihren Dienstboten durch
die Abtreibung der quälenden Insekten erspart
werden. ‘
4) Den 24. April 1842. Mißhandlung der Thiere durch
Kiuder. Wie häufig sind diese Mißhandlungen und mit wel
cher Gleichgiltigkeit werden sie oft von Eltern und Erziehern
geduldet! Ich will davon nicht reden, wie junge Hunde, Ka
tzen, Lämmer u. dgl. durch das scheinbar unschuldige Spiel
der Kinder mit ihnen gequält werden und wie die Eltern als
Zuschauer nicht bedenken, welche gefährliche Einwirkung auf
das Herz und Gefühl ihrer Kinder allmählig entstehen muß,
wenn diesen der Schmerz und das Geschrei der jungen Thiere
einen Gegenstand ihrer Unterhaltung, ihrer Freude und ihres
Gelächters bildet. Aber die Insekten, besonders die Käfer
und Schmetterlinge, wie schauderhaft werden sie von
Kindern, oft sogar von Erwachsenen gequält! Oft ist ihr
ganzesLebenvomAnfangebiszumTode
eine ununterbrochene entsetzliche Mar
ter, da sie sogleich nach ihrer Entstehung, bisweilen sogar
mit glühenden Nadeln, durchstochen und so zu Tode gefoltert
werden. Welch' ein entsetzliches Loos für Wesen, welche den
Schmerz fühlen wie wir, und die keines einstigen Ersatzes
fähig, sohin nur zum Leiden, nur zu einem schmerz
lichen Tode entstanden sind! Aber der Schöpfer, der All-
gütige, hat ihnen dieß Schicksal nicht bestimmt; der Mensch
ist es, ver eine so empörende Ungerechtigkeit zu verantworte»
hat, der Mensch, der alles Edle, Schöne und Große „mensch
lich" nennt, während er sich mehr Grausamkeit zu Schulden
kommen läßt, als irgend ein anderes lebendes Wesen. Und
Eltern und Erzieher stehen dabei und unterhalten sich mit,
während ihre Kinder und Zöglinge eine so laut um Strafe
schreiende Unmenschlkchkeit ausüben; sie dulden es, wie das
Gefühl ihrer Zöglinge abgestumpft und allmählig und

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