Titel:
Geschichtliche Betrachtungen über die Pferderacen
Personen:
Ruhl, Ludwig Sigmund Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766685098/91/
Mit einer Blässe bis zur Nase reichend;
Geboren war's zu Granada in Spanien.
Sein Kopf ist edel, breit die Sprunggelenke,
Der volle Schweif berührt beinah die Erde,
Und drei der Füße sind mit weiß gezeichnet."
Auch Ariost gibt dem Rugiero ein braunes Streitroß
mit weißer Blässe und zwei Balzanen. Jene Dichter, welche
von den Schönheiten des Pferdes so gründliche Kenner wa
ren, und so unübertrefflich in der Kunst sie darzustellen, kön
nen nicht anders als ein gültiges Zeugniß für den Geschmack
ihrer Zeit abgeben. Caraccioli, aus dem man ersehen kann,
wie die Aufmerksamkeit auf solche Abzeichen ganz bis ins
einzelne ging, will sogar für jedes Haar andere Zeichen, die
er genau bestimmt.
Eine gemeinsame Ausbildung im Krieg förderte bei dem
Adel leichter auch eine Uebereinstimmung der Ansichten, so
wie des Geschmacks in dieser Hinsicht, und was konnte für
die Soldaten von damals wohl näher liegen, als Verständi
gung über die Vorzüge ihrer Waffe? Mit der spanischen
Suprematie über Neapel drang der Ruf ihrer Pferde über
die Alpen. Sie waren ein gesuchtes Gut, und die Er
zählung ihrer Thaten weit verbreitet. Aehnliches wie das
Pferd, welches Carl VIII. in dem Treffen von Fuornova ritt,
mögen auch andere noch geleistet haben, deren Verdienste
nur nicht schriftlich uns aufbewahrt sind. Unter Kaiser Carl V.
ist der Ruhm der spanischen Racen schon ein europäischer,
denn die politische Bedeutung Spaniens, für welche die ro
mantischen Zeiten des großen Cid selbst längst vorüber wa
ren, mag dem fremdartigen und- stolzen Ansehen der Pferde
nur erhöhten Werth in unsern Augen geliehen und man
ches entschuldigt haben, was sie für Deutschland weniger
paffend machte. Dieses scheint selbst Fugger anzudeuten
wie sehr er auch für sie eingenommen ist. Für südliche Länder
glichen sich dagegen ihre Mängel aus, ja die an Größe ge

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