Titel:
Einiges über edle Pferde
Personen:
Biel, Gottlieb Wilhelm Ludwig Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766717380/281/
tung der Pferde seyn müssen, als ein einzelnes Indivi
duum, welches ohne Geldprobe und nicht für eigenes
Interesse züchtet, haben kann, wird wohl Niemand Lust
haben, ernsthaft in Zweifel zu ziehen.
Die Missgriffe, welche aber in Landesherrlichen
Gestüten gemacht werden, wirken unendlich verderblich
auf die allgemeine Pferdezucht, da der Privatmann, wie
wir schon oben gezeigt haben, gezwungen ist, die aus
den Gestüten hervorgehenden Landbeschäler decken zu
lassen. Desshalb, und auch im Vertrauen auf das Im-
ponirende der Landesherrlichen Gestüte, denkt er kaum
noch über Pferdezucht nach, und züchtet immer fort von
den gesandten Landbeschälern. Nehmen wir nun aber
z. B. an, dass die Orientalischen Hengste, welche der
G. G. Ammon für die königlich Preussischen Gestüte
kaufte, keine Pferde reinen Blutes waren, was doch
sehr leicht möglich, ja höchst wahrscheinlich ist, wie es
selbst Herr Ammon nicht in Abrede stellen wird, wel
cher ungeheure Schaden ist dann dadurch der Preussi
schen Monarchie zugefügt, und wie viele Privaten
werden dadurch für immer von der Pferdezucht abge
schreckt worden seyn.
Wir haben uns schon darüber verbreitet, wesshalb
bei Landesherrlichen Gestüten Hypothesen so leicht Ein
gang finden. Die von Bussen zuerst aufgestellte Hypo
these über Kreutzen, welche nachher von seinen Jüngern
Brugnone, Hartmann, Huzzard etc. fortgepredigt wurde,
war eine lange Zeit das leitende Prinzip aller Landes
herrlichen Gestüte. Dieses tolle System, welches den
grossen Bussen beschimpft, fand in England gar keinen
Verehrer und Nachfolger. Und warum wohl ? Indem
der practische Engländer den grossen Bussen für einen
Stubengelehrten rücksichtlich der Pferdezucht schon dess
halb hielt, weiter den Satz aufstellte, dass die Stuten
im Stehen fohlten. Ein Mann, der solche von der
Erfahrung abweichende Sachen aufstellte , und die Aus
nahme für Regel nahm, konnte nach des Engländers

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66