Titel:
Einiges über edle Pferde
Personen:
Biel, Gottlieb Wilhelm Ludwig Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766717380/283/
spiele anzuführen. — Bei keiner Thierart wird aber
der Züchter practischer und schneller von der Gefahr der
Inzucht belehrt, als bei der Schweinezucht. Die
schönsten Säue, gepaart mit einem vorzüglichen Eber
in naher Verwandtschaft, geben krüppelige Ferkel in
geringer Anzahl, und die noch dazu selten am Leben
bleiben.
Der verstorbene Justinns, der in seinen vortreffli
chen „Grundsätzen zur Vervollkommnung der Pferde
zucht“ klar bewiess, dass Reinzucht die beste sey, und
dieses mit folgenden Worten belegte: „der Engländer
„wettet, welche Diensttauglichkeit er (beim edlen Pferde)
„erziehen will, und er gewinntDieser nämliche
Mann, der sich durch Versuche mit Englischen Ter
riern practisch von dem Nachtheile der Inzucht über
zeugt halte, indem diese Thiere bei der sorgfältigsten
Pflege immer lasser, schwächer und feiger wurden, und
der in dem §. 84, 85, 86 und 87 im Grunde gegen die
Inzucht schrieb, die er bedingungsweise vertheidigen
wollte, hat dennoch als k. k. Gestüts-Inspectör sehr viel
dazu beigetragen, die Inzucht in den Gestüten zu be
fördern. Justinus, der in dieser Schrift eben so schön
als klar beweisst, dass es Thorheit sey, Beschäler zu
kaufen, deren Abkunft nicht erwiesen, und deren Fähig
keiten nicht erprobt, oder welche gemischter Abkunft
wären, — eben dieser Mann kaufte als k. k. Gestüts-In
spector für die Gestüte Araber *) und Englische Halb-

*) Herr Justinus sagt §. 60, dass die Verwendung fremder
Zuchtthiere, deren Abkunft nicht erwiesen, nach Umstün
den zulässig und sogar nothwendig wäre. Zulässig, wenn
das fremde Pferd seltene Eigenschaften besässe. Noth
wendig, wenn man sich irgend ein kostbares Blut nicht
mit Gewissheit, sondern nur durch ein Wagestück ver
schaffen könne, wie z. B. das Arabische. Dieser Satz ist
falsch. Wo sollte man wohl einen Araber finden, der nicht
durch ein Englisches Vollblutpferd übertroffen würde? Uns
ist keiner vorgekommen. Existirt einer, so nenne man

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