Titel:
Vollständige Pferdewissenschaft ; [Erster Band]
Personen:
Prizelius, Johann Gottfried Wikipedia
PURL:
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eines guten Pferdes, und dessen einzelnen Theilen. z
Emtheilung, innerliche oder äußerliche, und leiden jene wieder eine genauere Zergliede
rung. Man zahlet dazu r. die Tugenden. Man findet oft an Pferden so große Untu
genden, daß sie dadurch zu aller, oder doch wenigstens zu einer oder der andern Arbeit
unbrauchbar werden, ohnerachtet ihr Leist als schicklich dazu angesehen werden muß. Z. E.
Stetige Pferde, die Niemand reiten kann, wird ein jeder kennen; diese müssen, ohner
achtet ihres guten und schicklichen Leistes zu solcher Bestimmung, dennoch in den Wagen
gespaitnet werden. 2. Die Güte: eine zu altem imt> jedem Gebrauch unentbehrliche Ei
genschaft eines Pferdes, die bey der Wahl desselben wohl geprüfet werden muß, und oh
ne welche es in seiner Bestimmung nicht lange aushalten wird. 3. Die Gesundheit.
Was würde uns ein krankes oder ungesundes Pferd nutzen, zumal wenn dessen Krank
heit unheilbar wäre? gar nichts; daher diese Eigenschaft als die vorzüglichste an einem
Pferde nothwendig zu finden seyn muß. Die äußerliche Eigenschaft eines Pferdes be
trifft dessen schöne Gestalt, die jedoch nur bey Pferden für große Herren als unzertrenn
lich artgesehen werden muß.
§. Z.
Zu den Tugenden eines Pferdes gehören Frömmigkeit, Lebhaftigkeit, Herzhaft Innerliche
tigkeit. Zu der Güte: Stärke und Vermögen, Geschicklichkeit und Dauerhaftigkeit in fti-EMnsch^f-
ner Bestimmung. Zur Gesundheit: Fraßigkeit und eine solche innere Einrichtung, Pferdes,
wobey die geschäftige Natur auch im geringsten ihr Werk rricht verabsäumet hat.
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In dem vorhergehenden §. find die Eigenschaften eines Pferdes eirrgetheilet, und
kürzlich angemerket; in diesem müssen wir, nach deren Haupteintheilung, die innerlichen,
und in dem folgenderr, die äußerlichen genauer untersuchen. Zu den Tugenden als die
erste innere Eigenschaft gehören a. die Frömmigkeit. Ein falsches lurd boshaftes Pferd
setzet nicht selten diejenigen, welche mit ihm zu thun haben, in Leib- und Lebensgefahr.
Man findet ja Beyspiele genug, daß Menschen von Pferden todtgesthlagen worden sind;
und oft sieht man deren drrrch Schlagen und Beißen verwundet. Man hat also Ursache,
dergleichen falsche und boshafte Pferde zu vermeiden. Diejenigen, welche vorr tückischem
Hümeur sind, werden selten gebessert; diejenige aber, welche durch Spielen, oder bey
der Abrichtung zur Bosheit verleitet sind, sind auch durch eine ernsthafte und bessere Be
handlung, wieder fromm zu machen. Durch Spielen verstehe ich, wenn man junge
Pferde näcket, und mit ihnen tändelt, damit sie die Ohren an den Kopf legen, und mit
dem Maule nach dem Menschen fassen müssen, wie dieses wohl die Knechte zu thun pfle
gen; welches gemeiniglich ein Pferd zur Falschheit führet, und es dahin bringet, daß es
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