Titel:
Vollständige Pferdewissenschaft ; Zweyter Band
Personen:
Prizelius, Johann Gottfried Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN786999861/10/
Z24 XII. Capitel. Von; Beschläge, Zaummig, Sattelzeuge,
Nagelköpfe in die Löcher der Eisen versenket seyn, damit sie nicht über dessen Oberfläche
hervorragen, und sich im Gehen abstoßen. Die Nägel sollen, wie die Fig. 8. auf der
lad. X. zeiget, dünne und schmal seyn, damit siekeine zu große Löcher in das Horn
bohren, und dessen Ausbruch verursachen. Die Stollen so niedrig seyn wie möglich,
damit der Nerv gehörig ausgedehnet werde, wenn der Fuß nieder gesetzet wird, welches
dessen Schmeidigkeit erhalt. Wenn die Stollen hoch sind, findet der Nerv keine Gele
genheit, sich auszurecken, sondern muß sich zusammen zichen, und wenn man einem sol
chen Pferde, welches auf hohen Stollen zu gehen gewohnt ist, dieselben verringert, oder
gar weg nimmt; so empfindet es im Gehen Schmerzen, weil sich der Nerv nicht so lange
ohne Beschwerde ausdehnen kann, als er müßte, um mit den Fersen die Erde zu be
rühren. Durch hohe Stollen kann ein Pferd so gar bocksbeinig werden, aus eben dem
Grunde, daß der Nerv den Fuß seiner Verkürzung halber, nicht gerade zu erhalten im
Stande ist. Man kann es also den Franzosen nicht ganz verdenken, wenn sie die Stol
len ganz weglassen. Die Eisen müssen auch eine hübsche runde Form haben, und nicht
zu lang seyn, damit das Pferd nicht mit den Hinterfüßen die Stollen der Vorderfüße im
Geheir erreiche, und das Eisen abreiße, oder strauchele. Die andere Bestimmung der
Pferde ist Ziehen, und unterscheidet man gewöhnliche Zugpferde, als z. E. die man vor
Kutschen spannet, oder zum Acker gebraucht, von denen, welche große Lasten fort schlep-
pen müssen, als Karrenpferde. Jene müssen fest auftreten, und sich anstrengen, um
die hinter ihnen befindliche Last fortzuschaffen, und verlanget man von ihnen keine Leich
tigkeit, daher sie auch mit siarkern, das ist, breitern und dickern Eisen, welche der Ge
walt widerstehen können, versehen werden. Auch bey diesen kann man die Nägel ver
sinken, so liegen sie desto fester und länger. Zu dem Ende verstehet man solche Eiseir
auch an der Za^ mit Ficken, wie die Fig. F. 2. Ic. auf der Tab. X. zeiget, welche über
die Wand gesthlagen wird, und das Eisen in seiner Lage erhält. Solche Eisen müssen
mit Stollen versehen seyn, weil sie dem Pferde einen fester» Stand verschaffen, und also
stärker zu ziehen nützlich werden. Die zu schweren Lasten bestimmten Zugpferde bedür
fen einer noch größern Veränderung an ihren Hufeisen. Außer dem, daß die Eisen noch
schwerer, und mit der eben angeführten Ficke versehen sind, werden sie unter derselben
noch mit einem Hakcir oder Griff versehen, wie die Fig. F. i.L. zeiget, welcher zu einem
strengen Zuge große Dierrste thut. Wenrr ein Pferd eine Last von der Stelle zu ziehen
sich anstrenget, so wird man bemerket habeir, daß es mit krummgebogenen Knieen, mit
den Fußzähen irr die Erde fasse, ohne mit den Stollen den Erdboden zu berühren, und
sich auf diese Art in das Geschirre lege. Vielfältig gleiten die Füße zurück, und es fällt
auf

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