Titel:
Physik und medizinische Physik für Veterinärmediziner
Personen:
Giese, Werner Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN611177188/295/
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nen heute weniger Tiere ohne Schlachtung
nach jedem notwendig erscheinenden Zeitin-
tervall wiederholt untersucht werden.

In Abb. 13-29 ist z.B. die linke Keulenmus-
kulatur eines Hausschweines dargestellt, in der
eine sehr schmale subkutane Fettschicht den
Schinken überzieht.

Abb. 13-29: Keulenmuskulatur eines Haus-
schweins (Aufnahme v. FAL,
Mariensee)

13.3 Radioaktive Isotope und
radioaktive Strahlung

Radioaktive Isotope und radioaktive Strah-
lung gehören zum Oberbegriff Radioaktivi-
tät. Im Jahre 1896 hörte A. H. 50BecquereI in
einem Vortrag über die ein Jahr zuvor in
Würzburg entdeckten Röntgenstrahlen, daß
Licht fluoreszierendes Material zur Abgabe
von Röntgenstrahlen anregen soll. Daraufhin
verpackte er eine unbelichtete Photoplatte in
schwarzes, lichtdichtes Papier, legte ein Kup-

50 Becquerel, französischer Physiker (1852-1908)

ferkreuz darauf und streute alle ihm bekannten
fluoreszierenden Substanzen darüber, um sie
dann dem Sonnenlicht auszusetzen.

Als Ergebnis fand er nach Entwicklung der
Photoplatte den Schatten eines Kreuzes. Rönt-
genstrahlen waren dabei jedoch nicht beteiligt!
Als weitere Photoplatten lichtdicht eingepackt
und außen mit einem Kreuz präpariert waren,
streute er, wie vorher auch, fluoreszierende
Uransalze darauf und legte die Versuchspak-
kung vorerst in eine Schublade, da die Sonne
nicht schien. Ein paar Tage später entwickelte
er die Photoplatten und entdeckte zu seiner
Überraschung, daß trotz Aufbewahrung in
völliger Dunkelheit ein Schattenbild des Kup-
ferkreuzes zu erkennen war.

Becquerel konnte zeigen, daß die Strahlung
aus den Uransalzen gekommen war und hatte
damit die natürliche Radioaktivität entdeckt.

Später isolierte Marya 51Sklodowska-Curie
in uranhaltiger Pechblende „das Strahlende“
und nannte es Radium. Ein neues Element
war entdeckt worden, das nur in seinen radio-
aktiven Isotopen vorkommt.

Ähnlich existiert auch das später vom Ehepaar
Sklodowska-Curie entdeckte Polonium nur in
seinen radioaktiven Isotopen.

Becquerel erhielt im gleichen Jahr (1903) wie
das Ehepaar Sklodowska-Curie den Nobel-
preis für Physik.

Heute weiß man, daß es mehr instabile, d.h.
radioaktive Kerne gibt als stabile. Die Instabi-
lität solcher Atomkerne äußert sich im Kern-
zerfall, der ohne erkennbaren äußeren Anlaß
bei Atomkernen mit einem Protonenüber-
schuß oder Neutronenüberschuß vorkommt.
Dabei kommt es zur Spontanemission von a -,

ß“- oder ß+-Teilchen, die häufig von y-
Quanten begleitet werden. Diese energierei-
chen subnuklearen Massen bzw. elektromag-

51 Sklodowska-Curie, polnisch-französische Physikerin
(1857-1934)

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