Titel:
Physik und medizinische Physik für Veterinärmediziner
Personen:
Giese, Werner Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN611177188/311/
Kontraste des Weichgewebes erzeugen. Ferner
wirken Hartgewebe mit hohem Anteil an Kal
zium (Z = 20) und Phosphor (Z - 15) im Ge
gensatz zu Weichgeweben mit hohen Anteilen
an Wasserstoff (Z = 1), Kohlenstoff (Z = 6)
und Stickstoff (Z = 7) stärker absorbierend
und kontrastierend.
Die Wirkung der 3. Potenz der Ordnungszahl
chemischer Elemente bei der Röntgenstrah
lenabsorption nutzt man außerdem bei der
Röntgenkontrastmittelherstellung aus. Barium-
Sulfat-Brei für gastrointestinale Aufnahmen
wirkt über Barium (Z = 56) zur Weißdarstel
lung des Magens oder Darms in einer dunkle
ren Umgebung des Röntgenfilms.
Ebenso sind jodhaltige Kontrastmittel
(Z = 53), wie sie für die Angiographie
(Blutgefäßdarstellung) und Urographie (Rönt
gendarstellung hamproduzierender und harn-
leitender Organe) große Bedeutung haben,
über die große Ordnungszahl wirksam.
Mit diesen wenigen Gesetzen der Röntgen
physik wird bei der Betrachtung des Massen
absorptionkoeffizienten p/p ein wichtiger Teil
der medizinischen Röntgenbildentstehung er
klärbar.
Weniger positiv ist der Massenstreukoeffizient
cj/p zu sehen. Gestreute Röntgenstrahlen füh
ren immer zu einer gewissen Randunschärfe
des Röntgenbildes. Außerdem ist Streu
strahlung schädlich für Patient und Untersu
cher.
Prinzipiell nimmt die Streuung mit größerer
Wellenlänge, d.h. von harter in Richtung wei
cher Röntgenstrahlung zu.
Ab einer Wellenlänge von 0,05 nm nimmt die
Streuung außerdem mit der Ordnungszahl der
Elemente zu.
Streustrahlung läßt sich also nicht vermeiden,
und ihre teilweise Beseitigung vor dem Rönt
genfilm und der Schutz des Untersuchers vor
ihr wird in der „allgemeinen Radiologie" ge
lehrt.

13.5 Strahlendosen und Strahlen
dosiseinheiten
Zur Messung der Ortsdosen in Radioiso-
topenlabors, Röntgeneinrichtungen oder Be
strahlungsräumen sowie zur Bestimmung der
Personendosis bei beruflich strahlenexponier
ten Personen sind Einheiten für Strahlendosen
international festgelegt worden.
Die nationale Strahlenschutzgesetzgebung re
gelt dagegen die Einhaltung der maximal zu
lässigen Strahlendosen. Grundsätzlich wird
dabei zwischen drei Arten von Strahlendosen
und Einheiten unterschieden:
• die Ionendosis in Coulomb pro Kilogramm
Materie (C/kg),
• die Energiedosis in Gray (Gy),
• die Äquivalentdosis in Sievert (Sv).
13.5.1 Ionendosis
Die Ionendosis basiert auf der Messung der
insgesamt in einem Kilogramm Materie durch
Strahlung erzeugten Ionen. Obwohl die Art
der Materie beliebig sein kann, dominiert in
praxi die Messung der Ionendosis „frei Luft“
mit einer Ionisationskammer. Als Zählgas
dient Luft, in der die durch Strahlung erzeug
ten Ionen gemessen werden. Die Einheit
1 Coulomb/kg bedeutet dann, daß 6,3 • 10^
Ionen/kg Luft unter Strahlenwirkung entstan
den sind. Die veraltete Einheit „Röntgen (R) "
läßt sich in die neue SI-Einheit C/kg wie folgt
umrechnen:
IR = 2,58 - IO' 4 C/kg
Die Ionendosis ist also eine Dosis, die „frei
Luft" in Räumen bzw. in unmittelbarer Nähe
des strahlengefahrdeten Objekts gemessen
wird.

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