Titel:
Die Königliche Thierarzneischule zu Hannover in den ersten Hundert Jahren ihres Bestehens
Personen:
Günther, Karl Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN612822060/68/
aus ungenügend bezeichnet und von Neuem eine sechssemestrige
Studienzeit mit systematisch geordnetem Lehrplan und die Abän
derung der Schulgesetze empfohlen.*)
Durch Ministerial-Rescript vom 7. September 1848 wurde darauf
der Unterrichtsplan mit fünfseme striger Studienzeit definitiv
festgestellt und ein zu remitierendes P. M. des Hofraths Krause, in
welchem derselbe eine Zahl von drei Lehrern für genügend nach
zuweisen sucht, zur Begutachtung vorgelegt (Landdr.-Rescr. vom
13. Septbr. 1848). Günther verliess (Bericht vom 16. Septbr. ej.)
seinen früheren Standpunkt nicht, legte die völlige Unhaltbarkeit
und Unausführbarkeit der Krause’schen Ansichten und des darauf
basirten Standpunktes des Ministeriums in schneidend überzeugender
Weise sehr freimüthig dar, und hatte die Genugthuung, dass von nun
an die Anstellung zweier Hülfslehrer principiell entschieden war.
Im Herbst 1848 begann der mittelst Rescripts vom 21. August
ej. angestellte Pharmaceut Begemann seine Thätigkeit als Lehrer
der Hülfswissenschaften und übernahm die Unterrichtung in der
praktischen Pharmacie, dagegen erhielt die Anstalt erst im Herbst
1850 (19. Oct.) in der Person des Thierarztes Bette einen dritten
technischen Lehrer.**) Bis zu dieser Zeit war nach dem gegen früher
allerdings erweiterten, aber ungenügenden Lehrplan unterrichtet worden
und konnte erst jetzt mit Autorisation des Ministeriums der Ueber-
gang zu einem sechssemestrigen Cursus, von dessen Noth
wendigkeit man sich nunmehr überzeugt hatte, eingeleitet werden.
Die im Wintersemester 1846/47 auf der Anstalt wieder ins
Leben gerufene Hospital-Klinik***), welche seit Havemann’s Zeit geruht
hatte, gewann rasch einen recht erfreulichen Aufschwung, zumal nun
auch ein Schuldiener, der erste seit Gründung der Anstalt!

*) Bezüglich der klinischen Unterrichtung verlangt er, dass die Eleven früh
zeitig, schon im dritten Semester in dieselbe eintreten, ein Jahr im Spitale prak
tisch eingeübt (als Gehülfen) und dann im fünften und sechsten Semester zugleich
in der externen Klinik unterwiesen werden sollen, „um ihre Sinne und ihre Beobach
tungsgabe früh zu schärfen, ihren ganzen Studien eine mehr praktische Richtung
zu geben, sie im Umgänge mit Thieren gewandt zu machen“ etc.
**) Im Sommer 1850 wurde die Frage ventilirt, ob es nicht zweckmässig sei,
den Director des Thierhospitals zu Göttingen, Dr. Lappe, an die hannoversche Schule
zu ziehen, und musste vom Director Günther ein Plan ausgearbeitet werden
(15. Juli 1850), wie derselbe hier zu beschäftigen sein würde.
***) Der Yice-Director Günther hatte schon 1845 in seiner Privatwohnung
einen Krankenstall für 12 Pferde eingerichtet, in welchem täglich klinischer
Unterricht ertheilt wurde.

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66