Titel:
Geschichte der K[öniglich] B[ayerischen] Zentral-Tierarzneischule München, 1790 bis 1890
Personen:
Hahn, Carl Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN613128303/147/
Es ist daraus ersichtlich, dass von 1790 bis heute ein Zuwachs
der für grössere Haustiere bestimmten klinischen Räumlichkeiten nicht
um einen Pferdestand stattgefunden hat.
Nach früheren unausgeführt gebliebenen Plänen von 1811 und
1815 war die Möglichkeit der Aufnahme von 100 Pferden vorgesehen
und schon 1809 war nach dem Bedürfnisse um den Bau eines Spital
gebäudes mit Stallungen für 60 Pferde gebeten.
Dennoch kam im Jahre 1851 nach bis dahin erfolgter Ver
größerung der Stadt München nur ein Klinikbau mit 24 Pferdeständen
zu Stande, und nach weiterer Zunahme der Stadt und deren Pferde
bestandes um das Zehnfache bis zum Jahre 1890 sind die klinischen
Räumlichkeiten der Tierarzneischule dieselben geblieben.
Dass diese Räumlichkeiten schon aus diesem Grunde vollständig
unzulängliche sein müssen, wird keiner weiteren Darlegung bedürfen
und wird von den Tierbesitzern der Stadt schwer empfunden, wenn sie
mit ihren kranken Tieren wegen Raummangels vom Spitale der Anstalt
zurückgewiesen werden müssen.
Der klinische Unter richt kann bei solchem Raummangel nie zu
so extensiver Blüte in Vorführung und Auswertung von Massenmaterial
gelangen, wie es für die derzeit grössere Zahl der Studierenden erfor
derlich wäre. Das künftige Gedeihen der Tierarzneischule München
hängt mehr oder weniger auch von der Vergrößerung der klinischen
Räumlichkeiten ab.
Die kleineren Haustiere, insbesondere die Hunde, waren früher
in beweglichen tragbaren Käfigen in den Pferdestallungen gehalten.
Nach 1852 wurde eine kleine Hundestallung gebaut, welche mit
Errichtung von anderen Neubauten fiel, für diese wurde das derzeitige
grössere Hundeklinikgebäude mit drei Abteilungen im Jahre 1872 er
richtet. Auch diese Abteilung entspricht nicht dem Bedürfnisse und
können dortselbst nicht nach AVunsch der Eigentümer alle kranken
Hunde aufgenommen werden, besonders wenn sie an ansteckenden Krank
heiten leiden, weil die Isolierung bei Raummangel undurchführbar ist.
Hiebei ist noch hervorzuheben, dass für Fälle des Vorkommens
der Wut unter Hunden der Stadt München der K. Polizeidirektion die
Zusage gemacht ist, solche Hunde zur Beobachtung an der Anstalt nach
dem vorhandenen Raume aufnehmen zu wollen, wie auch dem Magistrate
Münchens zugesagt ist, Pferde mit ansteckenden Krankheiten in dem Kon
tumazstalle mit vier Ständen zur Beobachtung aufstellen lassen zu wollen.

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