Titel:
Geschichte der K[öniglich] B[ayerischen] Zentral-Tierarzneischule München, 1790 bis 1890
Personen:
Hahn, Carl Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN613128303/148/
Unterrichtsmittel. 189
Würden, wie es ja bei Ausbruch der Hundswut unter den Hunden
der Stadt München immer der Fall sein wird, viele Hunde der Beob
achtung zu unterstellen sein, so wären dieselben an der Tierarzneisclmle
nicht unterzubringen und ist für Unterbringung anderorts nicht Sorge
getragen.
Bei Vorkommen der Influenza etc. der Pferde können an der
Tierarzneischule nur möglicherweise je vier Pferde in dem Kontumazstalle
aufgestellt und müssen alle anderen zugeführten abgewiesen werden.
Es wird die Tierarzneisclmle demnach oft in die Lage kommen,
die von den Eigentümern wie von den Behörden gewünschte Isolierung
der mit ansteckenden Krankheiten behafteten Tiere nicht bewerkstelligen
zu können, so lange nicht auch im polizeilich-staatlichen Interesse eine
bedeutende Erweiterung der derzeit vorhandenen Klinikräume durch
geführt ist. —
Bezüglich des Betriebes der Klinik wird bald nach der Er
öffnung der Anstalt berichtet, dass das für den Unterricht eingerichtete
Tierspital, wiewohl mehrenteils nur von den Pferdebesitzern höherer
Stände, vielfältig in Anspruch genommen werde, im zunehmenden Grade pro
speriere, zumal es, der geringen Dotation des Institutes ungeachtet, doch
nicht als eine Finanzquelle betrieben werde und weil insbesondere durch
die Heilresultate die Zahl der Vertrauenden von Jahr zu Jahr sich mehre.
Das von Privaten gelieferte Material an kranken Tieren scheint
aber kein die wenigen Räume füllendes gewesen zu sein. Denn der
dirigierende Professor Dr. Will wurde ermächtiget, die schwer kranken
Pferde des in München garnisonierenden Kavallerie-Regimentes nach
seinem Bedarf an das Spital der Veterinärschule zu nehmen, um so den
wichtigen praktischen Unterricht nach Möglichkeit zu ergänzen und zu
vervollständigen. Zu mehreren dieser Marodepferde wurde jedesmal ein
Soldat auf drei Pferde als Krankenwärter dem das Tierspital dirigie
renden Professor unterstellt und erhielten diese Soldaten, da sie an der
Menage in der Kaserne nicht Teil nehmen konnten, von Seite des In
stitutes je nach dem hohen oder niederen Preise der Lebensrnittel eine
tägliche Zulage von 6 oder 8 Kreuzer.
Auch kranke Pferde des churfürstlichen Hofstalles sollten an
das Spital zur Kur abgegeben und das nötige Futter vom Oberststall
meisteramte in natura geliefert werden.
Die Militärverwaltung erklärte sich aber bereits 1811 gegen
weitere Abgabe kranker Militärpferde in das Spital der Veterinärschule;

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