Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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raten vermieden und dass auch die Anatomie der Wiederkäuer und
Schweine möglichst vollständig an frisch angefertigten Präparaten
erläutert, ferner dass bei den anatomischen Uebungen den Wieder
käuern und Schweinen eine grössere Aufmerksamkeit zugewendet
wurde. Diese Zwecke konnten nur dadurch erreicht werden, dass
die Berliner Abdeckerei Kadaver von Kälbern, Schafen und Schweinen
zur Verfügung stellte und dass eine grössere Anzahl von Präparaten
für den anatomischen Unterricht durch Ankauf vom Schlachtvieh
markte bezw. Schlachthause leicht zu beschaffen war.
Nach Aufstellung des Normal-Lehrplans im Jahre 1878 (8. 204)
trat insofern auf meinen Vorschlag eine Aenderung ein, als von diesem
Jahre an die Studirenden des ersten Semesters nur im zweiten Quartal
des betreffenden Winterhalbjahres, die des dritten Semesters dagegen
während des ganzen Winterhalbjahres an den anatomischen Uebungen
theilnahmen. Diese Einrichtung bot den Vortheil, dass die im Be
ginn des Winter-Semesters aufgenommenen Studirenden zu den ana
tomischen Uebungen erst herangezogen wurden, nachdem sie durch die
Vorlesung über Anatomie eine gewisse Kenntniss der Osteologie,
Myologie und Splanchnologie erlangt hatten, während sie früher
gleich vom Tage ihres Eintrittes an ohne die geringsten Vorkennt
nisse anatomische Präparate anfertigen sollten, wobei es nicht zu /
vermeiden war, dass eine grosse Menge von werth vollem Material
nutzlos verschwendet wurde. Um den neu aufgenommenen Studirenden
die Theilnahme an den anatomischen Uebungen noch weiter zu er
leichtern, wurden im ersten Quartal des Winter-Semesters mit den
neu aufgenommenen Studirenden Repetitionen der Osteologie abge
halten, nachdem dieser Abschnitt der Anatomie in der Vorlesung er
ledigt war. Gleichzeitig wurde die Zahl der auf das erste Quartal
des Winter-Semesters entfallenden Wochenstunden der anatomischen
Vorlesung von sechs auf acht erhöht, um den Vortrag über Osteo
logie, Syndesmologie, Myologie und Splanchnologie vollständig zu
Ende bringen zu können, bevor die neu aufgenommenen Studirenden
mit Beginn des neuen Jahres an den anatomischen Uebungen theil
nahmen, und um die Schwierigkeiten zu beseitigen, welche sich einer
vollständigen Erledigung des anatomischen Vortrages in 6 Wochen
stunden eines Winter-Semesters entgegenstellen. Diese Aenderung
des anatomischen Unterrichtes hat sich seit nunmehr 12 Jahren sehr
gut bewährt und zwar um so mehr, als den Studirenden des dritten

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