Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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Schon vorher waren zwar Obduktionen an der Thierarzneischule
in Berlin gemacht worden, um „die inneren Ursachen der Krankheit“ zu
ermitteln. Der regelmässige Unterricht in der pathologischen Anatomie
und die einheitliche Leitung der Obduktionen begannen jedoch erst
zu der oben angegebenen Zeit.
Gurlt war Arzt, er hatte in Breslau studirt und schon frühzeitig
die normale und pathologische Anatomie zum Gegenstände seiner For
schungen gemacht.
Das Vorbild von Gurlt war sein Lehrer und Gönner Otto in
Breslau, bei dem er im Winter 1816 die Stelle eines Gehülfen über
nommen und Präparate und Skelette für die Vorlesungen, bezw. das
anatomische Museum anzufertigen hatte. In dieser Stellung verblieb
er bis zum Oktober 1819. Otto machte ihm den Vorschlag, Thier
heilkunde zu studiren. Dieser Vorschlag war offenbar aus seiner
grossen Neigung für normale und pathologische Anatomie hervorge
gangen. Denn wenn man das „Handbuch der pathologischen Anatomie
des Menschen und der Thiere“ von Otto (Breslau 1814) näher prüft,
so fällt die grosse Summe von Mittheilungen über pathologisch-ana
tomische Abweichungen bei Thieren auf. Dies giebt Gurlt in der
Einleitung zu dem ersten Theile seines im Jahre 1831 erschienenen
Lehrbuchs der pathologischen Anatomie der Haussäugethiere zu, indem
er erwähnt, „dass Otto der Einzige von den Schriftstellern der patho
logischen Anatomie des Menschen wäre, welcher auch auf die Thiere
Rücksicht genommen hätte“. Beide Werke stimmen in der Anordnung
des Materials und im Ausdrucke auffallend überein. Im Jahre 1832
erschien der zweite Theil seines Lehrbuchs der pathologischen Anatomie,
in dem die Missgeburten beschrieben werden. Hierin folgte er dem
Beispiele von Johann Friedrich Meckel in Halle, dessen Handbuch
der pathologischen Anatomie in den Kriegsjahren von 1812—1818 er
schien und ebenfalls aus zwei Theilen besteht, von denen der eine die
Missgeburten behandelt.
Der zweite Theil des Gurlt’sehen Lehrbuchs ist von hervorra
gendem Werthe. Denn derselbe beschreibt nicht nur zahlreiche Miss
geburten bei Thieren, die bisher völlig unbekannt waren, sondern
führt auch für eine grosse Summe derselben neue technische Be
zeichnungen ein. Ferner hat Gurlt bei seinen grossen Kenntnissen auf
dem Gebiete der Teratologie eine Eintheilung der Missgeburten ver
sucht. Die von ihm gewählten Namen und das Princip seiner

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