Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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Universitäten die pathologische Anatomie längst officiell anerkannt
war und sich zu einer wirklich methodischen, umfassenden und
geordneten Wissenschaft erhoben hatte. Bis zum Jahre 1870 fanden
also die Studirenden der Thierarzneischnle zu Berlin nur in der be
schränktesten Weise Gelegenheit, die für eine ordentliche Sektion er
forderlichen Handgriffe und Anschauungen praktisch zu erlernen. Man
hatte daher kein Interesse und kein Verständniss für die pathologische
Anatomie, auch kein Vertrauen zu derselben. In jedem Falle war
die pathologische Anatomie bis dahin nur beiläufig und stückweise von
Anatomen getrieben worden und hatte noch keine selbständige wissen
schaftliche Stellung erlangt. Pathologische Histologie wurde überhaupt
nicht gelehrt, ja selbst praktische Kurse der normalen Histologie
fehlten. Gurlt zeigte in seinen Vorlesungen über Physiologie die hi
stologische Beschaffenheit der Organe nur nebenbei und zwar in der
Weise, dass er ein paar Mikroskope aufstellte, an welchen seine ge-
sammte Zuhörerschaft vorbeimarschiren und hineinsehen musste.
Am 31. März 1870 schrieb Gurlt unter dem Sektionsberichte eines
Pferdes, welches an einer jauchigen Entzündung des Hufes gelitten
hatte, zum letzten Male: „Die Sektion ist gemacht." Damit hatte
seine amtliche Thätigkeit ihr Ende erreicht. Von nun an lebte er
in Berlin, aber nicht nur um seiner selbst willen. Was er sorgte, war
über das Grab hinaus. Die Missgeburten stellten die Aufgabe dar,
welcher er bis zum letzten Tage nachstrebte; denn schon oben ist er
wähnt, dass sein letztes Werk über thierische Missgeburten nach seinem
Abgänge von der Thierarzneischule erschien. Gurlt’s Vorträge waren
nicht schön. Aber sein vorzügliches Gedächtniss, der geordnete Haus
halt seines Wissens und die Ordnung der Darstellung in den Vor
trägen waren wahrhaft bewundernswert!!.
Seine hochentwickelte Neigung, das wissenschaftliche Material
zusammenzustellen und fort und fort zu ergänzen, zeigt sich auch
darin, dass er vom Jahre 1841 ab die ihm übergebenen Obduktions
protokolle gesammelt und wohlgeordnet dem pathologischen Institute
hinterlassen hat. Hiernach kamen zur Obduktion:
Im Jahre 1841 41 Pferde
„ „ 1842 34 „
„ „ 1843 11 „ (unvollständig)
„ * 1844 43 „
Die Jahrgänge 1845 und 1846 fehlen.

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