Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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welche er dem Oberstallmeister von Jagow übergab. Dieser Weg
führte jedoch nicht zu dem erwünschten Ziele, da sich die in der
Denkschrift aufgestellten Gesichtspunkte mit den Ansichten des Ober
stallmeisters von Jagow nicht vereinigen liessen. Inzwischen hatten
der damalige Finanz-Minister, Freiherr von Altenstein, und der
Minister des Innern, Graf zu Dohna, von Humboldt ersucht, sich
über die zukünftigen Verhältnisse der Thierarzneischule und nament
lich über ihre Verbindung mit der Universität genauer zu äussern.
Diese Gelegenheit benutzte von Humboldt, um die Ministerien mit
den Verhandlungen bekannt zu machen, die zwischen ihm und dem
Oberstallmeister von Jagow stattgefunden hatten.
Ferner entstand die Schwierigkeit, ein zukünftiges Ressort-
verhältniss der Thierarznei schule festzustellen. Denn es liessen sich
die Interessen der dabei betheiligten Behörden schwer in einem
Punkte vereinigen. Deshalb brachten auch die wiederholten Anre
gungen von Rudolphi, der bei der Reorganisation der Thier
arzneischule das Interesse der wissenschaftlichen Sammlungen der
Universität im Auge hatte, und von Thaer, der den Unterricht auf
der Thierarzneischule während der Wintermonate für die Zöglinge des
landwirtschaftlichen Instituts zu Möglin nutzbar gemacht haben wollte,
keine Förderung in die Angelegenheit. Endlich wurden der Staatsrath
Langermann und der Geheime Medicinalrath Rudolphi beauf
tragt, von dem Zustande der Thierarzneischule Kenntniss zu nehmen
und darauf einen Plan zu zweckmässigerer Einrichtung derselben
aufzustellen. Hiernach erstatteten beide unterm 28. November
1815 einen Bericht (cf. weiter unten), in dem sie die Mängel des
Unterrichts, der Disciplin und der Verwaltung erörterten und Vor
schläge zu einer zweckmässigen Einrichtung des Studienplans, einer
Verbesserung der Disciplin und einer geregelten inneren Verwaltung
hinzufügten. Mit diesen Vorschlägen erklärte sich der damalige Kriegs
minister von Boyen hinsichtlich der Ausbildung der Kurschmiede
einverstanden, auch trat der Oberstallmeister von Jagow denselben
im Allgemeinen bei; ihre Ausführung musste jedoch noch verschoben
werden, weil eine Einigung der betheiligten Behörden über die oberste
Leitung des Instituts noch nicht erzielt war. Erst nachdem der Ober
stallmeister von Jagow gebeten hatte, ihn von der Aufsicht und Ver
waltung der Thierarzneischule zu entbinden, wurde mittelst Kabinets-
ordre vom 9. Juni 1817 die oberste Leitung derselben den Ministerien
des Innern und des Krieges übertragen, wobei allerdings dem Ober

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