Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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erfuhren die an den klinischen Lehrer gestellten Aufgaben einen Zu
wachs in dem Grade, dass sie nicht mehr von einer Person zu be
wältigen waren. Auch brach sich mehr und mehr die Ueberzeugung
Bahn, dass im Interesse der praktischen und wissenschaftlichen Aus
bildung der Studirenden mit den Vorträgen über Chirurgie und
Akiurgie der klinische Unterricht zu verbinden sei. Aus diesem Grunde
gingen auch jene Vorlesungen 1885 wiederum an den Leiter der
Klinik über.
Die wissenschaftliche und praktische Ausbildung der Studirenden
nach Möglichkeit zu fördern, zugleich aber die Fortschritte der
modernen Forschung, namentlich die Eroberungen auf dem Gebiete
der Chirurgie für die Zwecke der thierärztlichen Praxis zu verwerthen,
bildet gegenwärtig die Hauptzielpunkte des klinischen Unterrichtes in
dieser Abtheilung.
Nachdem der Praktikant in besonderen Vorträgen und Uebungen
mit den Methoden der klinischen Untersuchung und den Hilfsmitteln
der Diagnostik der äusseren Krankheiten bekannt gemacht ist, findet
derselbe Gelegenheit, sich in der Anwendung dieser Lehren zu üben.
Es werden ihm Patienten überwiesen, welche er unter Aufsicht des
Lehrers oder des Assistenten selbständig zu untersuchen hat, um
sodann die Diagnose zu stellen; diese wird von dem Lehrer begut
achtet, erforderlichen Falls widerlegt, ergänzt, verbessert oder weiter
begründet. Ebenso erfolgt eine Beurtheilung der von dem Prakti
kanten vorgeschlagenen Behandlung des betreffenden Krankheitsfalles.
Während des Aufenthaltes des Patienten im Spitale finden Demonstra
tionen und Examinatoren über die Krankheit desselben, ihre Ur
sachen und Beurtheilung, ihren Verlauf und Heilung Statt, wobei
namentlich dahin gestrebt wird, die Kenntnisse des Studirenden in der
Chirurgie und topographischen Anatomie zu bereichern. Soweit es
im Interesse der Heilung zulässig erscheint, findet bei der Auswahl
der in Anwendung kommenden Heilmittel und Heilverfahren ein ent
sprechender Wechsel Statt, wobei nach Möglichkeit auch den eigen
artigen Bedürfnissen der Privatpraxis Rechnung getragen wird. Wo
dies nicht zulässig erscheint, erfahren derartige Fragen bei den De
monstrationen und Examinatorien geeignete Berücksichtigung.
Während grössere Operationen, insbesondere solche, die ohne Ge
fährdung des Patienten und von geübter Hand zu vollziehen sind,
unter gleichzeitiger Besprechung durch den klinischen Lehrer ausge

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