Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
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die Staatsprüfung abgelegt. Dieselbe bestand darin, dass der Candidat
bei jedem Lehrer über die von ihm vorgetragenen Gegenstände eine
schriftliche Prüfung zu bestehen hatte, nach deren Beendigung ein
2—z stündiges mündliches Examen in Gegenwart sämmtlicher Lehrer
vorgenommen wurde.
Im Jahre 1841 wurde das Lehrpersonal durch die Berufung des
Departementsthierarztes Chr. Jos. Fuchs zu Bromberg verstärkt. Mit
demselben zog gleichzeitig ein wissenschaftlicher Geist in die Schule
ein. Er lehrte in der gründlichsten Weise die allgemeinen Fächer,
namentlich Anatomie und Physiologie. Der Unterricht in den Hülfs-
fächern wurde später am Polytechnicum ertheilt, so dass in den fünfziger
Jahren nur zwei Lehrer (Fuchs und Dittweiler), sowie ein Assistent
an der Anstalt fungirten. Als um diese Zeit das Polytechnicum räumlich
erweitert werden musste und diese Erweiterung nur auf Kosten der
daran stossenden Veterinäranstalt geschehen konnte, kam der Fort
bestand der Anstalt in Frage. Die erheblichen Kosten der Wieder
herstellung der Anstalt an einem anderen Orte, sowie der mehrfach aus
gesprochene Wunsch der badischen Thierärzte um Aufhebung der
Veterinärschule bewirkten, dass dieselbe mit dem Schuljahr 1859/60 auf
gehoben wurde. Dittweiler starb an demselben Tage, an welchem
mit dem Abbruche der Schulgebäude begonnen wurde (1861). Fuchs
wurde an die Universität Heidelberg versetzt und später (1864) in die
Veterinär-Abtheilung des Obermedicinalrathes berufen. Badenser, welche
sich dem Studium der Thierheilkunde auf auswärtigen Thierarznei
schulen widmen wollen, erhalten seit der Aufhebung der Anstalt eine
staatliche Subvention.

Das Veterinär-Institut der Universität Göttingen. 1 )
In Göttingen eröffnete im Wintersemester 1771/72 Johann
Christ. Polycarp Erxleben, der kurz vorher in Lyon und Alfort
mehrere Monate sich aufgehalten hatte, um dort die Thierarzneiwissen
schaften zu studiren, einen Unterrichtscursus über Vieharzneikunst; er
ertheilte wöchentlich drei Mal einen zweistündigen Unterricht in der
praktischen Zergliederungskunde, hielt an denselben Tagen zootomische
Demonstrationen und liess sich an zwei anderen Tagen kranke Haus
thiere zur Untersuchung und Behandlung vorführen. »Zur Ausbildung
von besseren Viehärzten, als der gemeine Haufe derselben ist«, wurde
ein Zeitraum von 2 Jahren festgesetzt. Die Zöglinge erhielten hierauf
ein Zeugniss ihrer Befähigung. — Die Anstalt ging mit dem frühen
Tode ihres Begründers 1777 wieder ein; in dem darauf folgenden Jahre
wurden zwar von einem Dr. Hennemann, der auch die von Erxleben
begonnene Lebersetzung des Vitet’sehen Werkes beendete, an der

*) Gerlach, Jahresbericht der Königl. Thierarzneischule zu Hannover. 1868.

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