Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN618743537/149/
Göttinger Universität noch Vorlesungen über Krankheiten der Haus
thiere angekündigt. Dieselben scheinen indess nicht recht gezogen zu
haben. Erst 1816 wurde zum zweiten Mal ein Thierarzneiinstitut durch
den Dr. F. C. Lappe eröffnet. Im Jahre 1821 wurde die jetzige
Localität am Groner Thore angekauft und mit einem Kostenaufwande
von 7800 Thlrn. hergestellt. Lappe wurde 1820 Director des Institutes
und ausserordentlicher Professor, und trug alle Zweige der Thierheilkunde
in wöchentlich 4 Stunden innerhalb eines Jahres vor, nur gerichtliche
Thierheilkunde alternirte in den Sommersemestern mit der Veterinär-
Polizei und Viehzucht, so dass in dem einen Sommer die ersteren, in
dem nächsten die letzteren vorgetragen wurden. Hilfswissenschaften
wurden nicht gelehrt, und durch die Unterrichtsstunden bei Lappe
waren die Schüler auch behindert, dieselben an der Universität zu hören.
Zugleich wurde eine Spitalklinik errichtet. Die Aufnahme der Schüler
fand zu jeder beliebigen Zeit ohne Prüfung statt. Die Zeit zur Aus
bildung hatte Lappe auf 2 Jahre festgesetzt. — In diesem Institute
wurden von 1829—1853 121 Eleven und einige Hospitanten unterrichtet.
Lappe hielt eine kurze, gewöhnlich nur mündliche Abgangsprüfung
allein und ganz nach seinem Ermessen ab. Die so geprüften Thierärzte
wurden aber ebensogut zur Praxis zugelassen, wie die an der Thier
arzneischule zu Hannover Gebildeten und Geprüften. — Mit dem Tode
des Director Lappe (13. April 1854) ging das Göttinger Thierarznei
institut ein; an seine Stelle trat ein thierärztlicher Unterricht für die
Landwirthe, der anfangs von Dr. Lue Ising, gegenwärtig von Professor
Esser ertheilt wird. Die ehemalige Veterinäranstalt ist gegenwärtig
ein integrirender Theil des landwirtschaftlichen Institutes der Göttinger
Universität.

Das Veterinär-Institut zu Würzburg. 1 )
Das Veterinär-Institut an der Universität Würzburg wurde im J. 1791
unter der Regierung des Fürstbischofs Franz Ludwig errichtet und
am 27. November 1793 feierlich mit einer Rede des ersten Lehrers
Halberstädter (geb. 1744 zu Bonn, gest. 1801), der unter Wolstein
die Thierarzneikunde studirt hatte, eröffnet. Der Zweck der Gründung
des Institutes, welches anfangs noch nicht mit der Universität verbunden
war, war: Pferdeärzte für das Land und für die Städte zu bilden, und
einen Volksunterricht für Hirten und Landwirthe zu leiten; in öconomischer
und ärztlicher Hinsicht eine Anstalt für die Aerarial-, Gestüts-, Hof- und
Militärpferde zu haben; für gerichtliche und »Polizeivorfallenheiten« im
Veterinärfache eine eigene und besondere Anstalt zu besitzen. — Dem
Institute wurde eine thierärztliche Klinik eingeräumt, eine Schulschmiede
gebaut und ein Lehrschmied, der die Zöglinge ausbilden musste, bei-

x ) Ryss, Ueber die Organisation des Veterinär-Institutes zu Wbrzburg. 1810.

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