Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN618743537/281/
III. Veterinairwesen. Standesverhältnisse. Vereinswesen.
Wohl selten hat ein Stand in seiner Entwickelung so viel Schwierig
keiten zu bekämpfen gehabt, wie gerade der thierärztliche. Vorurtheile
des Volkes, welche seit Jahrhunderten auf der Beschäftigung mit kranken
Thieren ruhten, Schutzlosigkeit gegen das Pfuschereiwesen, Nichtachtung
des Faches, dem man lange Zeit jede Wissenschaftlichkeit absprach,
Bevormundung von Seiten der Menschenmedicin oder, wie beim Militär
von nichtsachverständigen Vorgesetzten waren es besonders, welche den
Vertretern der thierärztlichen Wissenschaft das Emporarbeiten aus der
niederen socialen Stellung, die sie am Beginne dieser Zeitperiode ein
nahmen, unendlich erschwerten.
Nachdem man sich nach der Gründung von thierärztlichen Lehr
anstalten von der Wirksamkeit der Thätigkeit geschulter Thierärzte bei
dem Auftreten von seuchenartigen und sporadischen Krankheiten über
zeugt hatte, geschah von Seiten der Staatsbehörden Alles, um den Auf
schwung dieses Faches zu begünstigen und namentlich die Vertreter
desselben in ihrem Erwerbe zu schützen. Es wurden nicht allein Ver
ordnungen erlassen, die den Zweck hatten, die althergebrachten Vor
urtheile, welche auf der thierärztlichen Beschäftigung ruhten, zu brechen,
sondern auch solche, welche die Ausübung der Thierheilkunde durch
unbefugte Personen verboten. Der Verordnungen in Betreff des ana
tomischen Studiums resp. der Beschäftigung mit thierischen Cadavern
ist bereits bei einer früheren Gelegenheit gedacht. In Oesterreich wurde
ausserdem im Jahre 1766 bei der Gründung des Wiener Thierarznei-
Institutes von der Kaiserin Maria Theresia bestimmt, »dass jene Schmiede
gesellen, welche diese nützliche Lehrschule besuchen und über ihre er
worbene gute Fähigkeit das Zeugniss der Lehrmeister beibringen, bei
den Zünften aller Erbländer zu dem Meisterrechte zugelassen, bei den
Regimentern aber künftig keine anderen, als derlei wohl unterrichtete
Schmiede angenommen werden sollen«. Ebenso wurde in den meisten
Staaten die Gurpfuscherei untersagt; in Bayern geschah dies durch
das organische Edict vom Jahre 1810, in Preussen durch Gesetz vom
7. September 1811. Ross- und Viehärzte bedurften hiernach zur Aus
übung der thierärztlichen Praxis eines Gewerbescheines; im Grossherzog
thum H es s en geschah dies durch die Verordnung aus dem Jahre 1822,
und so auch in anderen Staaten. Ebenso wurde auch verordnet, dass
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