Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
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Vom Beginne der Neuzeit bis zur Gründung von thierärztl. Lehranstalten. 71
erschienene Werk: II Cavalerizzo als Schriftsteller bekannt gemacht hat.
Der erste englische Originalschriftsteller über Pferdeheilkunde ist Thomas
Blundevill. Seine erste Arbeit war ein Werk über Reitkunst, welches im
Wesentlichen die Lehren des Grisone enthält. 1566 erschien das in
vier Bücher getheilte Werk: The foure chiefest Offices belonging to
Horsemanship, dem Lord Leicester, Stallmeister der Königin, ge
widmet. Das vierte Buch enthält die Pferdekrankheiten, die er gemein
schaftlich mit dem ersten Kurschmied der Königin, Martin Ghelley
of Ar ton gemacht, mit den Angaben der alten Schriftsteller, sowie der
Italiener, besonders von Jordanus Ruffus verarbeitet hat. Blundevill
verwarf darin unter Anderem — wie auch später Bar et — die fürchter
lichen Gebisse, von welchen damals etwa 50 verschiedenen Formen exi-
stirten uud wollte überhaupt nur drei gebraucht wissen.
Die Grundlage, die Blundevill so geschaffen, ist von einer Anzahl
späterer englischer Schriftsteller einfach copirt, ohne Bereicherungen
derselben hinzuzufügen. Es ist überhaupt eine Eigenthümlichkeit der
selben, Beobachtungen und Erfahrungen, welche sie aus anderen, na
mentlich ausländischen Schriften entnommen, ohne Angabe der Quellen
als ihre eigenen zu reproduciren. Ruini, namentlich die Anatomie
desselben, Solleysei und endlich Lafosse finden sich in diesen
Schriften vielfach vertreten vor. — Einzelne Disciplinen, wie der Huf
beschlag, fanden jedoch in England eine mehr selbstständige Ausbildung.
Die Ausübung der Thierheilkunde lag im 17. Jahrhundert in den
Händen der »Farriers«, die Hufschmiede und Thierärzte zu gleicher Zeit
waren. Im 18. Jahrhundert widmeten sich nach dem Beispiele Gibson’s
und nach dessen glänzenden Erfolgen in der thierärztlichen Praxis
Wundärzte der Thierheilkunde, eine Sitte, welche noch lange nach der
Gründung von Thierarzneischulen fort bestand.
Meist nach den Angaben Blundevill' 8 bearbeitet ist das Werk von Grey:
The compleat Horseman and expert Farrier 1639, in welchem die Pferdearzneikunde
nach dem Alphabet abgehandelt ist. — Noch unverschämter ist Blundevill’s Werk
abgeschrieben von Markham, in dessen Discours of Horsemanship, Faithfull Farrier
und Master Piece; »manche Capitel hat er wörtlich aus jenem Werke genommen, und
um sich der Weitläufigkeit des Citirens zu überheben, hat er die von ihm benutzten
Schriftsteller in Masse genannt und nur Blundevill’s Namen wohlweislich aus
gelassen, um den Schein zu behalten, als besitze er auch etwas Eigenthümliches.«
(Hering.) 1666 sind Markham’s Werke von einem Arzte Foubert in’s Fran
zösische übersetzt.
Selbstständiger sind die folgenden Schriftsteller:
Andrews Snape, Curschmied bei König Carl II. von England (1660—1685).
Seiner Anatomie ist bereits oben gedacht. Derselbe publicirte ausserdem einige
Abhandlungen über Pferdekrankheiten, namentlich über Rotz und Rehe, nach welcher
zu urtheilen er weit über seine Zeitgenossen gestanden hat.
Gtibson, William (geb. um 1680, gest. um 1755). Ursprünglich Wundarzt,
wandte er sich der Thierheilkunde zu und practicirte 40 Jahre als Pferdearzt in London.
Er gab einen Farriers New Guide, ferner Method of disting horses, ferner Farriers
dispensatory und 1754 sein New treatise on the diseases of horses heraus. Gibson

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