Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/14/
und gemeinen Pferdes spricht sich auch in den äussern Formen die Ab
kunft aus. Besonders charakteristisch ist hierbei die Form des Kopfes.
Wenn das geöffnete frei und fest blickende Auge des edlen Pferdes Muth
und Klugheit ausspricht, so gestattet die breite, hohe Stirn, der Raum zwi
schen Augen und Ohren einem grossen kräftigen Gehirn die vollste
Entwicklung , woraus wieder die überwiegend geistigen Eigenschaf
ten resultiren. Die etwas gestreckte frei gezogene Nase gibt dem ganzen
Gesicht die Form eines höher organisirten Wesens und die weit geöffneten
Nüstern befördern die Thätigkeit einer kräftigen Lunge beim angestreng
testen Rennlauf. Beim gemeinen Pferde ist der Raum zwischen Augen und
Ohren kleiner, flacher, zuweilen eingedrückt und nach oben enger zulau
fend, daher das kleine Gehirn mit weniger Geistesthätigkeit, daher bei
mangelhafter Quelle die geringere Nerventhätigkeit, daher dass beim ge
meinen Pferde der Dummkoller Furchtsamkeit, Schreckhaftigkeit öfter
vorkömmt, als beim edlen. Die engen Nasenlöcher sind eben nicht geeig
net, in kurzer Zeit der Lunge einen starken Luftstrom zur Blutbereitung
von aussen zuzuführen oder die verbrauchten Stoffe hinauszusenden.
Bezüglich des Knochenbaues im Ganzen sind es namentlich zwei
Parthien, welche das edle Pferd charakterisiren und worin sich die
Eigenschaften der kräftigen Ausdauer und der Schnelligkeit besonders
aussprechen. Es ist diese die lange schräg gelagerte mit derben, festen,
vollen Muskeln (bis zum Arme herab) versehene Schulter, der hohe, tief
in den Rücken sich verlaufende Widerrist, verbunden mit grosser Tiefe
des Rippenkastens vom Widerrist bis zum Brustbein herab. Wird durch
diese Form einerseits eine vorzügliche Sattellage bedingt, so lässt sie an-
dererseit eine kräftige Beschaffenheit der Brustorgane, der Lunge und des
Herzens voraussetzen. An der Hinterhand ist beim edlen Pferde der Raum
zwischen Becken (Hüften und Sitzbeine) bis sum Kniescheibengelenke
herab sehr gross und mit vollen, kräftigen Muskeln versehen. Durch diese
Formen erscheint auch der Rücken kurz und kräftig und der Raum, über
welchem das Pferd auf dem Boden steht, lang, geöffnet. Ein solches Pferd
macht unwillkürlich den Eindruck, dass ihm ein guter Grad von Schnellig
keit mit Ausdauer als auch Gewandtheit innewohnen müsse.
Das gemeine Pferd gibt in vieler Beziehung das gegenteilige Bild;
die Schultern sind steiler, mit schwächere Muskeln versehen und daher
keiner so grossen Beweglichkeit fähig, der Widerrist ist kürzer und weni
ger ausgesprochen, die Formen der Hinterhand sind kleiner mit mehr fla
cher Muskulatur versehen, der Rücken erscheint und ist länger, der Raum,
den die Füsse über dem Erdboden einnehmen, ist kürzer, zusammenge

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66