Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/147/
Auch ein auf ebener Grundfläche gestreckt stehendes Pferd muss erst
die Hinterbeine oder doch wenigstens eins vorsetzen, um die Unterstützung
der Schwerpunktslinie des ganzen Pferdekörpers erst herzustellen. Es
muss daher ein so stehendes Pferd mit einem Hinterfusse anfangen zu
gehen, oder wenn es sehr gestreckt stand, muss es erst mit beiden Hinter
füssen eine ganze Schrittlänge vortreten, ohne dass sich der ganze Körper
dadurch in Bewegung setzt, und aus dieser Stellung erst kann die fort
schiebende Kraft der Hinterbeine für die Fortbewegung wirksam ein
treten.
Der denkende Reiter wird desshalb ein gestreckt stehendes Pferd nie
schnell vom Fleck anreiten wollen, oder wenn es einer unüberlegterweise
doch thäte, so braucht er sich nicht zu wundern, wenn das Pferd den
Gang nicht gleich beginnen kann, oder sich im Rücken wehe thut, nach
her eine Furcht vor der Einwirkung des Reiters behält u. s. w. u. s. w.

Das Pferd nützt einzig und allein durch seine Bewegung, wesshalb
diese die Diensttauglichkeit desselben vorzüglich bedingt.
Drei Hauptursachen nun sind es, welche die Beweglichkeit des Pfer
des vermitteln.
1. Die Muskeln; sie sind die Werkzeuge der Bewegung. Sämmt
liche Muskeln, welche der Ortsbewegung dienen, stehen unter dem Gebote
des Willens und können von den Thieren willkürlich sowohl in den einzel
nen Gliedern als auch im Ganzen zu dieser Bewegung veranlasst werden.
Zum Zwecke der Bewegung zieht sich der Muskel zusammen, verkürzt
sich und verändert hierdurch die Stellung jener Knochen, an welchen er
sich entweder mit seiner Masse oder durch Sehnenhäute oder Sehnen
stränge befestigt.
So wie jene Zusammenziehung aufhört, oder so wie ein noch stärke
rer gegenwirkender Muskel in Thätigkeit tritt, erfolgt Rückkehr des be
wegten Knochens in die frühere oder in eine andere Lage, so dass wäh
rend der Bewegung ein ununterbrochenes Spiel der Muskeln in Zusam
menziehung und Ausdehnung besteht, welche je länger sie unbehindert vor
sich geht, die Ausdauer der Bewegung begründet. Das Gefüge und die
Grösse des Muskels, vortkeilhafte Anheftung und Befestigunz desselben
und der die Bewegung bestimmende Wille des Thieres begründen die
K r a f t der Muskelbewegung; ungetrübte Ausführung der Bewegung durch
leichte Beweglichkeit der Gelenke und günstige Erfolge derselben im
Raume und in der Zeit begründen die Gewandtheit der Bewegung,

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