Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
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so dass Kraft, Gewandtheit und Ausdauer als die vorzüglich
sten Eigenschaften der Bewegung für Diensttauglichkeit des Pferdes
gelten.
(Es wurde hier ganz abgesehen von der Thätigkeit der Lunge zur
Blutbereitung, des Blutumlaufes etc., um die in der Bewegung verbrauch
ten Muskelkräfte schnell und hinlänglich zu ersetzen, worüber weiter unten
das Nähere.)
2. Die Knochen; sie erscheinen zunächst als die bewegten Theile;
die Gelenkverbindung der Knochen wird durch die Bänder bedingt.
Die Knochen der Gliedmassen sind theils einarmige, theils doppelar-
mige Hebel, denn sie haben alle irgendwo einen Stützpunkt , an einem
Punkte wirkt eine Kraft, und an einem biethet die Last den zu überwin
denden Widerstand, z. B. das Schulterblatt ist ein doppelarmiger Hebel,
der seinen Stützpunkt in der Mitte hat, bei eintretender Bewegung dreht
sich die ganze Länge desselben um diesen Punkt. Das grosse Oberschen
kel- oder Dickbein am Hintertheil ist ein einarmiger Hebel; derselbe fin
det seinen Stützpunkt im Pfannengelenke (Hanken, Kugelgelenk) am andern
Ende wirkt der Druck des der Hose zum Grunde liegenden Knochens als
Kraft und die Last ist eben die Fortbewegung des ganzen Körpers.
Der Fessel ist ebenfalls ein einarmiger Hebel, der seinen Stütz
punkt unmittelbar im Kronengelenke und mittelbar in Verbindung mit
dem Hufe am Boden hat. Das obere Ende wird beim Gehen durch die
ihm während des Aufhebens des nebenstehenden Fusses zugewiesene
grössere Belastung hinabgedrückt; die Elastizität der Strecksehnen ebenso
sehr als das Uebertragen der grossem Last auf den nebenstehenden an
dern Fuss hebt dieses Ende wieder empor, worauf dann die Beuger ihr
Geschäft beginnen.
Je länger ein Hebel, d. h. je weiter die Kraft vom Stützpunkte ent
fernt ist, desto mehr gewinnt die Hebelkraft bekanntlich, also ist für freie,
schnelle Bewegung eine lange Schulter, ein langes Dickbein und lange
Fesseln günstiger, als wenn alle diese Theile eine gewisse Länge im Ver
hältnis zum ganzen Körper nicht erreichen (Lange oder schwache
Fesseln weiss der Kenner zu unterscheiden; siehe oben).
Der Kopf und der Hals bilden jeder für sich einen einarmigen Hebel;
sie sind durch das Genick mit einander verbunden und stehen schief ge
geneinander. Der hierdurch gebildete Winkel ist sehr verschieden und än
dert sich je nachdem durch Einwirkung des Reiters der Kopf mehr oder
weniger herbeigestellt, der Hals aufgerichtet wird. Dass auch die Wirkung
dieser Hebel sowohl in unmittelbarer Beziehung zu einander als auf

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