Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/151/
Abgesehen von der Dröhnung in den Hufen und Gelenken müsste ein
Pferd auf einem ganz ebenen harten Boden am leichtesten gehen; denn
lässt der Boden ein Einsinken z. B. im tiefen Sande zu, so ermüdet das
Pferd bald.
Im tiefen, nassen Boden, ungerechnet dessen, dass solcher Boden
sich klebend um Htife und Fesseln anlegt, tritt dies noch mehr hervor,
denn es liegt eben in dem Mangel an festem Widerstand, dass das Pferd
seine in den Gliedmassen enthaltenen Federkräfte nicht oder nur sehr
mühsam ausüben kann.
Ein elastischer Rasenboden vereinigt die meiste Eigenschaft, um so
wohl den gehörigen Widerstand zu leisten, als auch denHüfen, Sehnen
und Gelenken keine zu harten Prellungen zu geben.
Es ist hieraus klar, welchen Einfluss die Beschaffenheit des Bodens
auf die Ausdauer des Pferdes im Gange haben muss.
Das Schwimmen verrichtet das Pferd in einer trabbähnlichen Bewe
gung seiner Füsse, d. h. es bewegt die beiden diagonal gegenüberstehen
den Füsse zugleich.
Hie und da mögen wohl junge, unerfahrene Pferde Schüsse und
Sprünge nach vorwärts im Wasser machen, allein der Widerstand des
Wassers lehrt sie bald dergleichen unterlassen und in einer ruhigen Trab
bewegung , wobei das Pferd wegen gleichmässig abwechselnder Anstren
gung der Gliedmassen länger auszudauern vermag, ihr Heil suchen. Dass
der auf dem schwimmenden Pferde sitzende Reiter diese Bewegung nicht
so fühlt, als beim Reiten auf der Erde, liegt eben darin, dass der untere
Theil der Gliedmassen einen so festen Widerstand, als ihn die Erde bie
thet, nicht findet, und dass die Wölbung des Körpers eigentlich der Theil
ist, mit welchem die Last im Wasser getragen wird.
Das eigentliche Gangwesen des Pferdes oder die fortschreitende Be
wegung desselben auf dem Boden, besteht in der abwechselnden Fort
schiebung und Unterstützung seines Körpergewichtes. In dieser Beziehung
lassen sich die Wirkungen seiner dabei thätigen Bewegungsorgane in Fort-
wälzungs- und Gleichgewichtsstrebungen eintheilen.
Beiderlei Bewegungen wechseln mit mehr oder minderer Schnellig
keit in gewissen abgemessenen Zeiträumen mit einander ab, von der lang
samern Gangart des Schrittes an zur thätigeren der Trabbewegung bis zur
schnellen Galopp- und Rennbewegung in abgemessenen Sätzen oder
Sprüngen.
Die verschiedenen Gangarten des Pferdes gehen aus der Zeitfolge, in
welcher seine Gliedmassen das Körpergewicht wechselsweise unterstützen

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