Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/156/
theile oder einem Vorderstes ruhen zu lassen. Unterstützt es der Reiter
dann nicht durch Fühlenlassen der Zügel, ist er vielleicht zu unaufmerk
sam dieses zu thun, so eilt das Pferd immer mehr (siehe oben), stolpert
über jeden kleinen Stein oder geringe Erhöhung und fällt auch gelegent
lich auf die Knie. Dass ein solches Pferd zum Reitdienst sehr an Werth
und der Reiter an Annehmlichkeit und Sicherheit sehr verliert, ist wohl
einleuchtend.
Ein jeder einigermassen erfahrener Kutscher oder Fuhrmann weiss
es sehr an seinen Wagenpferden zu schätzen, wenn sie beim Bergabfahren
ruhig aufhalten. Ein jeder thut wohl, bei Beurtheilung des Pferdes hierauf
die gebührende Rücksicht zu nehmen.
Auch bergauf geht ein gutes, kraftvolles Pferd mit Ruhe, ohne dabei
sichtbar mühevolle Anstrengung zu zeigen. Das Eilen sowohl beim Bergab
ais Bergaufgehen beruht immer in dem Bestreben von der unangenehmen
Anstrengung alsbald loszukommen, indem jeder Schwäche Ausdauer man
gelt und durch die momentane zu grosse Aufregung alsbald Abspannung
erfolgt. Diese ängstliche Eile bringt das Pferd um so mehr ausser Athem,
als es beim Bergaufgehen ohne dies schon geschieht, wodurch die Kraft
der Muskeln und also die ganze bewegende Kraft um so leichter abnimmt.
Bei Wagenpferden, namentlich für schweren Zug ist ruhiges Ziehen
beim Bergaufgehen eine äusserst schätzenswerte Eigenschaft. Es gibt
Pferde, die nur dann bergauf ziehen, wenn sie in einem eiligen Trab die
Anhöhe hinaufgehen dürfen; werden sie zum Schrittgehen verhalten, so
bleiben sie stehen und verweigern dann das Ziehen, welches auch dann
häufig eintritt, wenn die Ansteigung etwas lange dauert. Mit solchen Pfer
den ist es dann unmöglich am Berge einmal stehen zu bleiben, um die
Pferde zu Athem kommen zu lassen.
Anmerkung. Es liegt hier die Frage sehr nahe, wie steil ein Pferd
überhaupt bergab- oder auf gehen könne?
Die Taktik hat ihre bestimmten Theorien, in wie weit Bewegungen
der Cavallerie auf unebenem Boden ausführbar, gehemmt oder ganz un
möglich sind.
Nach der Gradation werden die Abhänge von 0—18° als Lehne, von
25—30° als Hang, von 30—48° als steiler Hang, von 43—60“ als Ab
sturz und von 60—90° als Wand bezeichnet.
Eine Neigung von 8° erlaubt das Manövriren aller Waffen; die Rei
terei kann ihre Attaque mit Erfolg ausführen.
Eine Neigung von 10“ erlaubt der Reiterei das geschlossene Mar
schieren nach aufwärts; nach abwärts nur mit Beschwerlichkeiten. Dieses

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