Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/186/
Physiologisches.
In der Einleitung wurde gesagt, dass dem Pferdekenner auch einige
Kenntnisse aus der Physiologie (Lehre von der Erscheinung der Lebens
verrichtungen) nöthig seien. Das hier nun in den nächstfolgenden Zeilen
über Blut, Nerven, Lunge, Magen, Haut u. s. w. Gesagte, gehört dahin.
Es wird dem Nichtthierarzt hinlänglich sein, um über den Lebensprozess
eine klare Anschauung zu bekommen, und ihn zu weiterm Nachdenken an
regen.
Wodurch erkennt man im Allgemeinen, dass sich das Pferd in einem
vollkommen gesunden Zustande befindet?
Die Gesundheit der Pferdes besteht in dem Bedingniss einer ge
wissen Beschaffenheit des Organismus, wodurch alle Lebensverrichtungen
desselben mit Leichtigkeit, einer gewissen Stärke und Wohlbehagen von
Statten gehen.
Die sichersten Kennzeichen des gesunden Zustandes geben uns da
her die Verrichtungen der Lunge, des Magens, der Haut und die
ungehinderte Bewegung der Gliedmassen.
Geschieht das Athmen frei, ist es weder zu geschwind noch zu
langsam, und wird das Pferd bei einer starken Fortbewegung nicht gleich
kurzathmig, so sind dies Beweise einer guten Lunge.
Hat das Pferd guten Appetit, frisst es weder zu hastig noch zu lang
sam, verdaut es das Genossene gehörig, findet man den abgegangenen Mist
nicht klein, hart und mit Schleim überzogen oder unverdaute Haferkerne
darin, ist der Abgang desselben an sich nicht dünn und wässerig, so kön
nen wir mit vollem Grunde auf eine gute Beschaffenheit des Magens
und der Gedärme Schliessen.
Die Harnentleerungen finden bei einem gesunden Pferde 6—7 mal
des Tages, jederzeit in einem starken, ununterbrochenen Strahle mit Aus
pressung der letzten Heberreste, statt.
Dünstet das Pferd gehörig aus, ohne dass es jedoch zu leicht und
häufig schwitzt, findet man die Haut nicht spröde, nach Verhältniss der
atmosphärischen Temperatur weder zu viel noch zu massig warm, das
Haar nicht trocken und ohne Glanz, so ist die Haut in einer gesunden
Verfassung.
Ist bei der Bewegung der Gliedmassen weder Zwang noch Schmerz
bemerkbar, folgen die Bewegungen der Schenkel in bestimmter Ordnung
und in einem gehörigen Zeitmasse aufeinander, setzt es dieselben mit an-

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