Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
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Aeussere Pferdekenntniss.
Die äussere Pferdekenntniss belehrt uns über Regelmässigkeit des
Baues, Schönheit, Dauer und Brauchbarkeit des Pferdes.
Sie zerfällt daher in mehrere Theile und zwar:
1. In die Benennung der einzelnen Theile des Pferdekörpers.
2. Beurtheilung des guten oder mangelhaften Baues der einzelnen
Theile und des Ganzen.
3. Die äusserlich sichtbaren Fehler und Gebrechen.
4. Benennung und Erklärung der Gangarten nebst Beurtheilung des
guten oder fehlerhaften Ganges.
3. Erkennen des Gesundheitszustandes im Allgemeinen oder Störun
gen desselben.
Das Skelett oder Knochengerüste als die Grundlage, die Festge
bilde, woran sich alle Weichgebilde, die Muskeln, Sehnen u. s. w. anhef
ten, muss zuerst betrachtet werden.
Skelett nennt man das ganze Knochengebäude des Pferdes in sei
ner Zusammenstellung und Verbindung durch die Gelenke, ohne Mus
keln, Sehnen, Haut sammt Haar.
Bezüglich der Knochen im Allgemeinen ist zu bemerken, dass sie
sämmtlich von der Natur höchst weise geformt sind, um an ihren Ab- und
Fortsätzen, den Muskeln, Sehnen und Bändern günstige Anheftungspunkte
zu biethen. Ihre Güte besteht nicht sowohl in ihrem grossen Umfange als
vielmehr in ihrer Dichtigkeit und Schwere und es ist diese letztere ein
Hauptvorzug des edlen Pferdes vor dem gemeinen. Auch sind sie nicht
alle von gleicher Beschaffenheit, z. B. sind die Rippen und die ihnen ähn
licher. Stachelfortsätze der Rückenwirbelbeine weicher als die übrigen
Knochen; die härteste Substanz haben die Zähne.
Die Gelenke sind mit Knorpeln gewissermassen auswattirt, und stets
mit einer Feuchtigkeit, Gelenkschmiere (Synovia) genannt versehen, damit
die Knochen nicht zu hart aneinander stossen, und bei der Bewegung
keine Reibung entsteht; ferner sind diejenigen Knochen, welche das Ge
lenk bilden, durch starke Bänder mit einander verbunden. Je grösser
und breiter die Gelenke in ihrem Umfange sind , desto mehr Befestigungs
punkte haben sie; je mehr Befestigungspunkte, desto mehr Stärke und
Haltung. Starke Gelenke geben ein Recht, Kraft zu vermuthen. Die Ge
lenke sind verschiedenartig geformt, wie es ihr Zweck von Natur verlangt
und haben auch verschiedene Benennungen; in der Hauptsache genügt es

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