Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/212/
Die Haut ist an manchen Körperteilen z. B. den Knien, den Fessel
gelenken, Schienbeinen und Sprunggelenken sehr fest gespannt, an an
dern Theilen, z. B. auf den Rippen, in den Flanken, am Halse etc. viel
lockerer anliegend ; sie ist überhaupt sehr elastisch, indem sie sich dem
Pferde bei zu- oder abnehmender Körperfülle stets anpasst. Ihr Zweck
sammt dem Haar ist, den Körper gegen äussere Einwirkungen zu schützen,
und mittelst ihrer Absonderungs- und Sauggefässe aus dem allgemeinen
Kreislauf Theile zu entfernen, dann aus der Atmosphäre Theile aufzu
nehmen und dem allgemeinen Kreislauf zuzuführen. Zu diesem Zwecke
hat die Haut eine sehr grosse Menge Besässe, die im gesunden Zustande
einen unmerklichen Dunst aus den unter der Haut liegenden kleinen, fla
chen Schweissdrüsen entfernen, welcher sich teils in der Luft verflüchtigt,
teils auf der Oberfläche sammelt und vertrocknet, wodurch der
Staub entsteht, welcher durch das Putzen der Haut abgenommen wird.
Wird dieser Staub nicht hinlänglich entfernt, so entsteht dadurch eine Ver
stopfung der aussondernden und aufsaugenden Befasse (Pores) und die
Thätigkeit der Haut ist gestört. Die Ausdünstung der Haut wird durch Auf
regung des Blutes, sei es durch anstrengende Bewegung oder aus innern
Ursachen vermehrt, und wenn sie durch die Luft nicht gänzlich aufgenom
men werden kann, so bildet sie Tropfen, der Schweiss genannt.
Die Haut eines gesunden Pferdes muss sich glatt, weich und warm
anfühlen, und selbst bei nicht ganz wohlgenährten Pferden auf den
Rippen nicht zu fest anliegen , sich nicht spröde und nicht hart
zeigen.
Die Haut steht durch ihre Besässe, welche Stoffe aus dem allgemei
nen Kreislauf absondern und aus der Luft Stoffe aufnehmen mit den in
nern Organen des Athmens und der Blutbereitung in genauer Correspon-
denz. Daher bringt die Haut ebenso als die Lunge und der Magen Ernäh-
rungs- und zur Blutbereitung nöthige Stoffe in den Körper und entfernt
unnöthige oder schädliche verbrauchte Stoffe aus demselben, wie es die
Lunge mittelst des Ausathmens und der Darmkanal mittelst Entleerung
der Excremente thut.
Es findet daher zwischen der Haut und diesen Organen eine stete
Wechselwirkung statt, z. B. Krankheitszustände der Lunge oder der Ver
dauungswerkzeuge, wie es bei den Bekrösdrüsenverhärtungen, Leberlei
den etc. erklärt wurde, erzeugen eine trockne, spröde Haut, krankes,
glanzloses Haar; plötzliche Unterdrückung von Hautausdünstung erzeugt
Husten, Durchfall u. s. w. Hieraus erklärt sich, dass das Reinhalten des
Pferdes durch Putzen ebenso nöthig zur Beförderung der Besundheit

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