Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
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ist, als reine Luft und gesunde Nahr ung smittel. Auch erklärt
sich hieraus der Nutzen des Trockenreibens mit Strohwischen, wenn das
Pferd verschwitzt von der Arbeit kommt.
Anmerkung. Ein Pferd tüchtig zu putzen, gewährt demselben un
endlich grössere Vortheile, als man gewöhnlich denkt. Es veranlasst das
Zuströmen des Blutes zur Oberfläche des Körpers, verhindert dadurch
eine Stockung der Säfte in den innern edlen Organen, befördert eine all
gemeine Cirkulation des ganzen Systems , gibt der Lunge Elastizität und
unterstützt wesentlich Athem und Verdauung.
Ein gewisser Grad von Wärme ist für jedes lebende Wesen zum ge
sunden Gedeihen und Wohlbefinden unentbehrlich; die Haut des Pferdes
muss auch stets in einer gewissen Wärme erhalten werden. Es darf dieses
aber keinenfalls durch einen heissen Stall bewirkt, sondern muss durch
mässiges Zudecken, durch Putzen, Frottiren u. s. w. erzielt werden.
Das Haar eines gesunden Pferdes soll glatt anliegend, glänzend und
weich erscheinen. Das Gegentheil hiervon, nämlich ein mattes, glanzloses,
zu trockenes, struppiges Aussehen ist entweder Folge schlechter War
tung, eines allzukalten Stalles, oder es lässt auf Krankheit Schliessen, die
häufig dann nicht sowohl in der Haut oder dem Haare selbst, sondern in
einer Unterdrückung irgend einer wichtigen Absonderung, namentlich des
Verdauungskanales, zu suchen ist.
Das Haar wird auch von der Oberhaut (Epidermis) überzogen und
da die Haarzwiebel in der Lederhaut wurzelt, so ist es begreiflich, dass
nach scharfen Einreibungen, wo sich die Oberhaut ablöst und haarlose
Stellen entstehen, diese wieder behaart werden; dagegen Verletzungen,
die bis tief in die Lederhaut dringen, z. B. Knieverletzungen nach einem
Sturz etc., haarlos bleiben.
Die Haare des Pferdes werden zweimal im Jahre gewechselt; die
Mähne, der Schopf und die Schweifhaare sind hiervon ausgenommen.
Der Haarzwiebel stirbt hierbei nicht ab, sondern es scheint nur eine
Unterbrechung der Ernährung des Haarschaftes einzutreten, wodurch
derselbe ausfällt und aus demselben Zwiebel neben dem alten Haar
schaft ein neuer entspringt. Bei der grossen Ausdehnung dieses Vor
ganges über die ganze Oberfläche der Haut nimmt der Haarwechsel das
Thier ziemlich in Anspruch. Die Kräfte und Flüssigkeiten, welche sich
sonst auf den ganzen Körper vertheilen, wenden sich nun im grossen
Maasse nach der Haut, das Thier wird matt und kann nicht so hart
arbeiten; es schwitzt selbst bei der gewohnten Anstrengung mehr und
wird ernstlich krank, sobald es über Vermögen arbeiten soll.

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