Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/214/
Die Natur richtet die Bedeckung des Thieres nach dem Klima und
der Jahreszeit ein. In sehr nördlichen Klimas hat das Pferd fast das
ganze Jahr hindurch einen wahrhaften Pelz, denn selbst der Sommer
ist kurz und rauh. In den Steppen Arabiens, wo es selten im Winter
kalt ist, bleibt das Haar des Pferdes das ganze Jahr hindurch glatt
und kurz.
In unserm Klima folgt auf das kurze Sommerhaar im Herbste ein
merklich dickeres und längeres und dieses weicht im Frühjahr wieder
der leichtern Decke für den Sommer.
Man thut wohl, diesen Naturprozess nicht allzusehr zu befördern,
indem dadurch der kränkliche Zustand des Pferdes nur noch mehr ge
reizt wird. Massiges Frottiren unterstützt das Ausgehen des Haares
am zweckmässigsten, etwas wärmeres Zudecken und keine zu grosse
Anstrengung sind zweckmässig.
Unkundige Stallleute wollen, um sich bei ihrem Herrn in gutes
Licht zu stellen, durch sehr warme Stallungen oder gewaltsames schnel
les Entfernen des Winterhaares ein stets kurzes Haar erzielen und
geben dem Pferde dadurch um so mehr Gelegenheit zu Erkältungen
und allen ihren üblen Folgen.
Das Winterhaar soll und kann durch fleissiges Putzen und Ge
sunderhalten des Pferdes überhaupt glänzend, anliegend und weich er
halten werden, indem das Pferd dabei den ihm von der Natnr für das
höchst wichtige Organ, die Haut, sehr zweckmässig verliehenen Schutz
behält.
Mit dem Haarwechsel pflegt sich bei vielen Pferden auch die
Farbe des Haares in lichtere oder dunklere Schattirung zu verändern,
auch ist bei einigen das Winterhaar bedeutend länger, bei andern
dichter.
Von den Hautkrankheiten ist namentlich die Schabe, Räude
auch Krätze genannt, zu erwähnen; ihr Sitz ist die äussere Haut,
vorzüglich am Kopfe, am Halse, der Schulter, der innern Fläche der
Schenkel, überhaupt an den weniger fleischigen Stellen, wo die Haut
fester aufliegt.
Sie besteht in kleinen Bläschen, die nach einiger Zeit aufbrechen
und durch das Ausfallen der Haare einen kleinen, kahlen Fleck hin
terlassen, der sich jedoch mit Schorf bedeckt. Hiermit ist vermehrte
Empfindlichkeit und Jucken verbunden, nebst einer Verdickung der
Haut, die bald schrundig oder faltig wird.
Die Schabe ist ansteckend und die gewöhnlichste Ursache ihrer
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