Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/216/
Das Pferd steht munter da, und pflegt höchstens nach dem Fres
sen träge und schläfrig auszusehen; es ist auf alles aufmerksam, was
in seiner Nähe vorgeht, sieht sich nach jedem fremden Gegenstände
um, heriecht und beschnüffelt alles, was ihm nahe kommt, und ist ge
gen jeden schmerzlichen Eindruck empfindlich.
In der gewöhnlichen, durch nichts beunruhigten oder gestörten
Stellung im Stalle ist der Kopf weder ungewöhnlich aufgerichtet,
noch tief gesenkt, der Hals etwas gebogen und nicht steif vorwärts ge
streckt, die Füsse stehen gerade, fest und senkrecht, ohne sich ausein
ander zu spreizen, oder sich unter- oder zusammenzustellen; der
Schweif wehrt alle belästigenden Eindrücke ab, und hängt ausserdem
ruhig.
Das Thier steht frei und sucht sich nirgends zu stützen oder an
zulehnen; es äussert ohne Veranlassung keine Zuckungen, keinen
Schauer, macht keine Bewegungen und Zeichen, die ein schmerzhaftes
Gefühl oder eine ängstliche Unruhe verrathen und äussert, wenn man
seinen Körper befühlt, an keiner Stelle einen Schmerz.
Die Bewegung geschieht lebhaft, frei, regelmässig und sicher mit
entsprechender Kraftäusserung ohne sichtbarer Anstrengung und mit ge
höriger Biegung der Gliedmassen, — nicht träge, schwankend oder
schleppend. Das Thier ermüdet nicht so geschwind und kömmt nur bei
ungewöhnlicher Anstrengung in Schweiss. Das gesunde Pferd legt sich
täglich nieder und schläft oder ruht einige Stunden; es liegt mit von
sich gestreckten Füssen und auf beiden Seiten, ohne sich jedoch hin
und her zu wälzen und mit den Füssen herumzuschlagen.
Was nun den Zustand und die Beschaffenheit des Aeussern über
haupt anbetrifft, so ist hierüber Folgendes zu bemerken.
Das Auge ist klar, lebhaft und mässig feucht.
Der Nasenschleim ist wässerig, dünn, färb- und geruchlos, in
geringer Menge vorhanden und häuft sich nur bei starker Anstrengung
etwas mehr an.
Die Nase ist rein ohne Geschwüre und Ausflüsse; ihre Schleim
haut sieht sich schön rosenroth an.
Das Maul ist mässig warm und enthält eine hinlängliche Menge
eines dünnen, schäumenden Speichels; das Zahnfleisch ist ebenfalls ro
senroth.
Der Kehlgang ist frei von Anschwellungen und Knoten.
Die haarlosen Stellen haben ihre natürliche Farbe; der Af
ter ist ziemlich fest geschlossen.

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