Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
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hängt wesentlich davon ab. Die kraftvolle und dabei freie Schulter er
leichtert dem Reiter und Pferde die Arbeit.
Gute, kräftige Folge des Hintertheiles, ruhiges Halten von Kruppe
und Rücken, ist äusserst wünschenswerth.
Der ernsthafte Reitdienst kann einen guten Rücken nicht entbeh
ren; da er und die Lenden den hintern und vordem Theil des Pferde
körpers vereinigen, so ist das Pferd stark oder schwach, geschickt oder
nicht, je nach dem Grade seiner Vollkommenheit. Seine Biegsamkeit
mit Stärke vereinigt, ist der höchste Grad von guter Eigenschaft. Der
gebogene Rücken nach auf- oder abwärts ist fehlerhaft; doch ist der
eingebogene dem aufwärts gebogenen meistens vorzuziehen, denn er
kann hinreichend kräftig sein, wenn er breit, muskulös und nicht
zu lang ist; der steife Rücken, er mag es von Natur oder durch feh
lerhaftes Reiten sein, ist stets unangenehm.
Ferner ein Rippenhau, der sowohl dem Sattel eine gute Lage
gestattet, als auch der Lunge, dem Herzen, dem Magen und Darmka
nal hinlänglichen Platz zur kräftigen Entwicklung ihrer Thätigkeit bie
thet, und endlich:
Fehlerfreiheit der Gliedmassen, wohin ganz besonders gute, ge
sunde, gänzlich schmerzlose Vorderhüfe und reine, feste, nicht ange
griffene grosse Beugesehnen gehören.
Ein sehr praktischer Reiter sagte einst in dieser Beziehung
zu mir:
»Vorn sehr gut und hinten nicht schlecht, ist mein Wahl
spruch.«
Ein Pferd überhaupt, Reitpferd insbesondere, das an einem vor
dem Hufe oder Sehne Schmerzen leidet, ist weniger leistungsfähig, als
eins, das an Spath, durchgehende Gallen, Ueberknöcheln an einem Hin
terbeine etwas lahmt.
In jeder Beziehung gute Vorhand ermöglicht es dem Reiter, durch
leichte Zügelführung und entsprechende Körperhaltung das Hintertheil
zu schonen, ohne das Vordertheil zu beleidigen; muss aber der Reiter
durch kurze Zügel, Aufrichten der Vorhand, Zurückhalten des eigenen
Körpers die Vorhand schonen, so ermüdet er damit das Hintertheil des
Pferdes und sich selbst immerwährend. Ein Zusammenknicken vorn
kann viel eher nachtheilige Folgen für den Reiter haben, als dasselbe
hinten; die Kräfte und die Thätigkeit eines etwas mangelhaften Hin-
tertheils können ein paar rechtzeitig angebrachte Sporen beleben,
schmerzhafte oder steife Vorderbeine bringt nichts vom Fleck; endlich

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