Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/219/
was nützen starke Triebkräfte von hinten, wenn die Vorderbeine nicht
vorweg können.
Der Schulreiter ältern Schlages will immer, dass das Hinter-
theil die vorzüglichere Parthie sei, der praktische Beiter, der im
Freien auf allen Arten von Wegen und Terrainformationen sicher
reiten will, weiss eine sehr gute Vorhand, die es ihm gestattet, mit
der wenigsten Ermüdung für sich und das Pferd lange im Sattel zu
bleiben, mit Kecht sehr zu schätzen.
Eine günstige Sattellage ist eine der angenehmsten Eigen
schaften für ein Reitpferd; denn sie wird bedingt durch günstigen Rip
penbau, guten Widerrist und vortheilhaft gebildete Schultern. Sie er
leichtert es dem Reiter ungemein einen guten wirksamen Sitz bei der
Dressur des Pferdes anzunehmen, und befördert sehr die Ausdauer bei
langem Reiten; schlechte Sattellage konnte mir häufig ein sonst gutes
Pferd ganz zuwider machen.
Will man bei ungünstigem Bau die gute Sattellage durch sehr fe
stes Gurten erzwingen, so hat dieses für das Athmen, die Beweglich
keit im Gange manche Nachtheile, und alle Vorrichtungen zum guten
Liegenbleiben des Sattels erzielen nicht, was ein für die Sattellage gün
stiger Bau von selbst bringt.
Ein einäugiges Pferd ist zum Reitdienst viel verwendbarer,
als z. B. eins mit schmerzhaften Düsen, leidenden Sehnen, unwilligem
Temperament u. s. w. aber gesunden Augen.
Was Temperamentsneigungen angeht, so sind Nichtvomhausegehen-
wollen, Nichtalleingehenwollen, Andrängen an andere Pferde, besondere
Furcht vor dem Schiessen oder militärischem Lärm und Scheusein wohl
die in der Dressur zum praktischen Gebrauch am schwierigsten zu
überwindenden, die mit vieler Mühe bekämpft immer wieder erscheinen,
sobald die Naturanlage dazu in hohem Grade vorhanden ist.
Der Gang eines guten Reitpferdes soll mit kräftiger Leich
tigkeit erfolgen, entschlossen und raumgreifend sein, Rücken
und Kruppe, Kopf und Schweif sollen sowohl beim Gehen auf ge
rader Linie als bei Wendungen und im Kreise fest und ruhig gehal
ten werden.
Hierdurch beweist ein Pferd sowohl Gehlust als auch innere ge
sunde Kraft.
Manches Pferd, das sich beim Vorführen an der Hand als ganz
gut zeigt, nimmt unter der Last des Reiters und dem Zwange des
Zaumes einen gebundenen, schwankenden, schwerfälligen Gang an,

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