Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/27/
Der Kops.
Derselbe ist im Allgemeinen schön, wenn alle Theile, aus welchen er
besteht, ein richtiges Ebenmass unter sich und in Rücksicht auf den
übrigen Körper haben; so wie er hässlich, wenn er zu lang oder zu kurz,
zu dick von Knochenmasse, zu fleischig und zu gross ist.
Je nach der Form des Kopfes gibt man demselben verschiedene Na
men, z. B. Hechtskopf. Dies ist ein solcher, dessen Nasenbein nach
rückwärts eingebogen ist, wobei die Nasenlöcher weit geöffnet hervortre
ten, verbindet sich damit eine breite, etwas gewölbte Stirn, ist der ganze
Kopf etwas kurz und sieht man die unter der Haut liegenden Blutgefässe,
so zeigt dieses eine edle Race und scharfe Sinnesorgane an.
Der gerade Kopf unterscheidet sich von diesem nur dadurch, dass
sein Nasenbein gerade herahläuft; er ist ebenfalls edlen Pferden eigen.
Rammskopf (die Bezeichnung soll aus einem verdorbenen nasus
r omanus herrühren) ist von der Stirn herab bis zur Nase nach vorwärts
gebogen. Er ist meistens mit einer schmalen, etwas eingedrückten Stirn
verbunden, hat vielfach schwache Sinnesorgane, beurkundet Anlage zu
Kopfkrankheiten als Koller, Augenleiden, und ist ein Zeichen von gemei
ner Race.
Beim S c h a f s k o p f ist die Stirn grösser, breiter, etwas gewölbt; er
ist öfter Pferden von veredelter Abkunft eigen und darum besser als der
Rammskopf, weil er für ein grösseres Gehirn mehr Platz gibt.
Die Benennungen Keil köpf nach vorn sehr spitz mit starken Ga-
naschen; Alteweiberkopf, sehr lang und in allen Theilen sehr
schmal, Schweinskopf, Ochsen köpf bezeichnen alle einen mehr
oder weniger hässlichen oder auch fehlerhaften Kopf.
Schöne Ohren sollen nicht allzulang, gut angesetzt, aufwärts getra
gen, mit feinen Haaren besetzt, die Haut zart, die Adern sichtbar und die
Knorpel nicht zu dick sein.
Je nach ihrer Gestalt, ihrem Ansatz und der Art, wie sie das Pferd
trägt, gibt man auch den Ohren verschiedene Benennungen.
Hasenohren z. B. nennt man solche, die zu nahe beisammenste
hen und gerade aufwärts getragen werden.
Kuh- oder Schollohren auch Schweinsohren, sind verschie
dene Benennungen solcher, die zu breit stehen, dabei nach der Seite
herabhängen; sie sind hässlich.
Sowohl aus der Beschaffenseit der Ohren als der Art sie zu tragen,
zieht der Pferdekenner seine Schlüsse, z. B. ein munteres, aufmerksames

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