Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/28/
gelllustiges Pferd hat auch stets ein bewegliches Ohrenspiel; spitzt das
Pferd die Ohren stark nach vorwärts und hält sie längere Zeit in dieser
Richtung aus, so spannt das Pferd seine Aufmerksamkeit besonders auf
einen Gegenstand, der ihm Furcht verursacht und es vielleicht alsbald
zum Stutzen oder gar Umkehren veranlassen wird. Der aufmerksame Rei
ter oder Kutscher ergreift in rechter Zeit seine Massregeln.
Trägt ein Pferd die Ohren immer nach rückwärts gespitzt, so ist
hiermit meistens ein zurückhaltendes, kitzliches Temperament verbunden;
thut dieses ein Pferd, zu welchem man in den Stand hineintreten will, so
darf man Vorsicht anwenden um nicht geschlagen zu werden, u. s. w.
Stehn die Ohren zu nahe beisammen, so ist wahrscheinlich ein schma
ler Oberkopf und desshalb ein kleines Gehirn vorhanden; solche Pferde
haben dann meistens ein schreckhaftes, leicht erregbares Temperament;
weit stehende Ohren, die im Gehen etwas wackeln, sind meistens mit einem
etwas faulen aber in langsamen Zugdienst sehr willigen, ausdauerndem
Temperamente verbunden.
Stirn und Vorkopf liegen zwischen Ohren und Augen; der ganze
Theil muss breit und sanft gewölbt sein; dadurch wird ein grosser Raum
für das Gehirn gebildet, denn ein grosses Gehirn als Hauptsitz der Ner
venthätigkeit hat auf die Schärfe der Sinnesorgane und die ganze Lebens
kraft des Pferdes überhaupt den grössten Einfluss.
Bei gemeinen Pferden erscheint dieser Theil schmal und flach, zu
weilen sogar eingedrückt; dadurch ist nur für ein kleines Gehirn Platz,
daher die Anlage zu Koller und Augenleiden bei solchen Pferden.
Ein schönes und gutes Auge erscheint in der Wölbung seiner Horn
haut mittelmässig erhaben, nach allen Standpunkten höchst rein und klar
gehörig geöffnet, mit vielem Glanz versehen, ohne den mindesten trüben
Schein.
Die Augenlider umgeben das Auge von aussen; sie sind schön wenn
die äussere Haut sehr zart, die Haare kurz und der obere Theil
beim Oeffnen des Auges gut in die Höhe gezogen ist: sie dürfen nicht
geschwollen sein, und müssen, wenn sie sich Schliessen, das Auge völlig
bedecken. Die innere Haut, Verbindungshaut genannt, soll lebhaft roth
gefärbt sein. Der Nutzen der Augenlider ist, das Auge zu bedecken, die
hellen, glänzenden Strahlen zu mässigen, das Auge gegen Insekten u. d. gl.
zu schützen, die Thränenfeuchtigkeit über das ganze Auge zu verbreiten
und den überflüssigen Schleim abzuleiten.
Das Auge besteht aus Häuten und aus Feuchtigkeiten. Die erste
bemerkbare Haut, welche das ganze Auge umsehJiesst und den Augapfel bil

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