Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
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Kastriren der Hengstfüllen.
Die wichtige Operation des Kastrirens der Hengstfüllen ist zunächst
Sache eines geschickten Thierarztes. Es gibt hierzu verschiedene Metho
den; man muss darin dem Thierarzte Vertrauen schenken und nicht
eigensinnig auf einer Methode bestehen, wenn dieser Thierarzt zufällig
einer anderen Methode anhängen sollte.
Das Alter in welchem diese Operation am besten vorgenommen wird
hängt theils von der Race und dem Baue, theils von der Bestimmung des
Füllens ab.
Ist das Hengstfüllen nicht von so edler Abstammung oder gibt es
nach seinem Baue nicht zu der Berechtigung Raum, dass sich ein guter
Beschäler von ihm erwarten lässt, so wird es im Allgemeinen am besten
sein, gegen Ende des ersten Lebensjahres diese Operation vorzu
nehmen.
Gehört das Füllen mehr zum Wagen- als Reitschlag, so kann es
auch später kastrirt werden, indem sich bei jungen Hengsten die Mus
keln des Halses, der Schultern und der Brust im grösserem Umfange ent
wickeln, als hei den jungen Wallachen. Aus demselben Grunde, nämlich
damit die Vorhand durch das zu lange Hengst bleiben nicht zu schwer
werde, ist es besser, die zum Reitschlage gehörigen Hengstfüllen früher
zu kastriren. Jedoch können Hengste auch in späteren Jahren noch
ohne Nachtheil dieser Operation unterzogen werden. Gründe, welche für
das frühere Kastriren sprechen, sind, dass dabei eine geringere Störung
der für Bildung des Saamens dienenden Säfte eintritt als in späteren
Jahren, namentlich wenn der junge Hengst schon gedeckt hätte;
zweitens sind die jungen Wallachen leichter zu behandeln, sie kön
nen mit den Stutfüllen in einem Stalle und auf einer Weide leben, sie
sind leichter abzurichten, und finden mehr Käufer, obwohl ein gut ge
rathener Hengst eben der Seltenheit wegen und des vielfachen Nutzens,
den man sich von ihm als Beschälhengst verspricht, dann viel besser
bezahlt wird.
Mögen nun die Hengstfüllen in was immer für einem Alter kastrirt
werden, so sollte es zu einer Jahreszeit geschehen, wo das Wetter nicht
zu heiss und die Anzahl der Fliegen nicht zu gross ist; denn es ist
wohl einleuchtend, dass nichts mehr geeignet ist, Entzündung, Anschwel
lung und Gefahr zu verursachen, als die quälenden Fliegen, welche an
haltend den wunden Theil umschweben und stechen. Die Operation sollte

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