Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/31/
Kopfe liegen; man nennt sie dann Schweinsaugfen. Sind sie gesund und
kräftig so sind die Augenlider mit der gehörigen Spannkraft zusammenge
zogen und die Pupille zeigt bei Einwirkung des Lichtes die oben erwähnte
Empfindlichkeit. Denn auch grosse Augen können klein erscheinen, wenn
das Pferd das obere Augenlied herabsenkt um die wahrscheinlich schwa
chen oder leidenden Augen vor der Einwirkung des Lichtes zu schützen.
Der Pferdekenner beobachtet ausserdem noch bei Beurtheilung des
Auges, wenn er sich von der Gesundheit desselben bereits überzeugt hat,
den Ausdruck des Auges, und schliesst daraus auf das Temperament
und den Charakter, sowie auch auf den allgemeinen Gesundheitszustand
des Pferdes.
Ein gesundes Pferd von lebhaftem Temperamente hat ganz geöffnete
klugblickende Augen und sieht alle Gegenstände dreisst und fest an.
Pferde von boshaften, unwilligen, misstrauischen Temperamente
haben einen unstäten Blick, das obere Augenlied ist in eine eckige Falte
hinaufgezogen, welches dem Pferde ein verdriessliches Aussehen gibt.
Sehr hervorstehende, glänzende Augen sind ein Zeichen von innerer Un
ruhe auch wohl von Dummheit oder Koller. In letzterem Falle bewegt sich
ein Ohr nach dem anderen rückwärts und bleibt einige Sekunden in der
selben Richtung wobei das Pferd mit fast unbeweglichen Auge auf einen
Fleck hinstiert. Es ist sehr nützlich sich den Ausdruck der Augen bei
gesunden, frommen, und willigen, dann bei boshaften, unwilligen leicht
gereitzten, ferner bei kranken, leidenden gut einzuprägen.
Aus inneren Ursachen entstandene, d, h. in krankhafter Nerven
thätigkeit zu suchende Augenleiden sind jedenfalls sehr vererblich, und
daher sollten solche Pferde eigentlich von der Zucht stets ausgeschlossen
werden.
In einem gut organisirten Gestüte wird es auch wohl kaum vorkom
men, dass blinde Vater- oder Mutterpferde verwendet werden. Aber bei
der Landespferdezucht wird es wohl nicht immer zu umgehen sein, dass
auch eine sonst gesunde arbeitstüchtige blinde Stute belegt werde. Hat
eine solche bereits ein- oder mehrere Fohlen gehabt, und man macht dem
Bauer darüber Vorstellungen um ihn von seinem Wunsche, mit dieser
Stute Fohlen zu ziehen, abzubringen, so erhält man wohl zur Antwort, dass
die Stute schon mehrere Fohlen mit gesunden Augen geboren habe. Aller
dings tritt der Fall nur höchst selten ein, dass ein Fohlen blind geboren
wird, denn das Erblinden tritt frühestens erst mit dem dritten oder vier
ten Jahre ein, wovon aber der Bauer, welcher sein eben abgespenntes
Fohlen verkauft, nichts mehr erfährt und dann in seiner Beschränktheit

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