Titel:
Der Fuß des Pferdes in Rücksicht auf Bau, Verrichtungen und Hufbeschlag
Personen:
Leisering, August Gottlob Theodor WikipediaHartmann, H. Moritz Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN630852073/4/
die wir bereits über den Fuß des Pferdes besitzen, doch nicht für über
flüssig erachtete, eigene und theils mühsame und zeitraubende Untersuchungen
über meinen Gegenstand anzustellen und die nöthigen Abbildungen, nach
von mir gefertigten Präparaten nach der Natur zeichnen zu lassen, so ist
es erklärlich, daß ich, wenn ich auch weit davon entfernt bin, eine er
schöpfende Monographie über den Fuß des Pferdes und dessen Funktionen
geliefert zu haben, doch eigentlich mehr brachte, als in meiner ursprüng
lichen Absicht lag. Für diejenigen, welche sich nur eine oberflächlichere
Kenntniß des Pferdefußes anzueignen wünschen, ist Manches vielleicht über
flüssig. Für diejenigen- aber, die den Pferdefuß etwas gründlicher kennen
lernen wollen, dürfte keineswegs zu viel gegeben sein. Im Uebrigen habe
ich für Die, welche sich nur für das Nothwendige interessiren, durch den
Druck die Einrichtnng getroffen, daß das Wesentliche vom dem für sie mehr
Unwesentlichen gesondert wird.
Das zweite von Herrn Hartmann bearbeitete Buch dieser Schrift
enthält die Lehre vom Hufbeschlage. Der Standpunkt den der Verfasser
dieses Buches einnimmt, ist bereits in engeren und weiteren Kreisen bekannt.
Er hält sich an die Natur des Pferdes und des Fußes desselben und ist
Feind aller Künsteleien. Nach ihm macht der Hufbeschlag nicht etwa Fort
schritte, wenn er sich bemüht künstliche Hufeisen rc. zu erfinden, sondern
wenn er sich bemüht, dieselben möglichst zu vereinfachen. Ganz besonderes
Gewicht legt er aber darauf, daß dem Hufe eine naturgemäße und nicht
barbarische Behandlung zu Theil werde. Daß Herr Hartmann unter
diesen Umständen einen mehr selbstständigen Standpunkt einnimmt und sich
somit auch nicht in einer beengenden Abhängigkeit zu den bereits vorhandenen
Lehrbüchern über den Hufbeschlag befindet, versteht sich hiernach von selbst.
Seine Arbeit ist das Resultat einer langjährigen eigenen
Erfahrung.
Ich bin weit davon entfernt, unsere Arbeit mit Lobeserhebungen in
die Welt einzuführen. Der Mensch schafft nur Stückwerk. Das glaube
ich jedoch mit Recht beanspruchen zu können, daß man dieselbe nicht mit
jenen Machwerken in eine Kategorie stelle, wie sie besonders in der jetzigen
Zeit von unbeschäftigten Thierärzten und Landwirthen, pensionirten Militärs
und solchen schriftstellernden Personen, welche die von ihnen bearbeiteten
Gegenstände oft kaum den Namen nach und.nur aus Büchern kennen, zu
Dutzenden auf den Büchermarkt gebracht werden. Aus solchen Fabrikaten
kann für die Sache selbst nie etwas Ersprießliches hervorgehen.
Dresden, am Johannistage 1861.

Leisering.

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