Titel:
Theoretisch-practische Anleitung zur Ausübung des rationellen Hufbeschlags
Personen:
Dominik, Fr. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN632093080/138/
Die Erfahrung bestätigt dies. Ermüdete Pferde greifen sich,
selbst bei verhältnismässig nicht zu langer Zehe der Vorderhufe.
Um wie viel eher wird dies der Fall sein, wenn die Zehe zu lang und
damit eine Vergeudung an Kraft vorn, und Unregelmässigkeit des
Tempos zwischen vorn und hinten verbunden ist.
Wird dem Beschlagschmied ein Pferd mit dem Bemerken vor
geführt, dass sich dasselbe greift, so genügt bei Prüfung des
Ganges die Beurtheilung des Rückens, Stellung der Gliedmaassen,
Länge der Hinterhufzehe, Beschaffenheit der Hufeisen allein nicht,
sondern er muss vorzugsweise darauf achten, ob die Zehe der
Vorderhufe nicht zu lang ist, ob beim Vorbeiführen des Pferdes
im Schritt nicht diese zuerst oder früher auf den Erdboden gesetzt
wird, als die Tracht.
Ist das der Fall, so muss er dieselbe verkürzen, und wenn
dies bei zu starker Beschneidung der Tracht in dem Maasse nicht
auszuführen, als zur planen Berührung des Hufes mit dem Boden
nöthig ist, so verdickt er die Schenkelenden des Eisens um so viel.
Besonders hüten muss er sich, bei zu langer Vorderhufzehe
die Eisen zu kurz zu wählen, dieselben wohl gar daneben noch
an den hintern Enden keilförmig von unten nach oben und hinten
abzuschärfen. In beiden Fällen wird die Last noch stärker nach
hinten herabsinken, also weiter vom Unterstützungspunkt entfernt
verlegt, die Ursache des Greifens also noch vermehrt werden.
Nur zu oft suchen unverständige Schmiede das Greifen der
Pferde hierdurch zu verhüten, schaden damit aber mehr als sie
nützen.

Die Hufpflege.
Zur Gesunderhaltung der Hufe und zur Verhütung von Lahm
heiten bei Pferden gehört aber nicht allein der rationelle Huf
beschlag, d. h. die Kenntniss des Schmiedens der Hufeisen, die
Kenntniss des Pferdekörpers, Stellung und Bewegung der Glied
maassen, sowie der davon abhängigen naturgemässen Hufformen, wie
wir dies Alles kennen gelernt, sondern auch die künstliche Pflege
der Htife und zwar im unbeschlagenen Zustande.
Die meisten Pferde unserer Armee gehen einen grossen Theil des
Jahres, circa 8 Monate lang, barfuss. Beim Gebrauch derselben in
der Reitbahn während dieser Zeit nützen die Hufe sich wenig ab,

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