Titel:
Theoretisch-practische Anleitung zur Ausübung des rationellen Hufbeschlags
Personen:
Dominik, Fr. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN632093080/147/
faulen Strahl disponirt als jeder andere, denn wir sehen, dass Pferde
mit engen Hufen, wenn sie auf der Weide gehen, ebenso gesunden
Strahl behalten, als solche mit weiten Hufen; vielmehr ist der
Mangel an Kenntniss des Hufes, seiner verschiedenen naturgemässen
Formen, seiner Mechanik, seines Beschlages, sowie seiner Pflege die
Ursache des faulen Strahls und der vielen struppirten Pferde.
Wir rufen deshalb am Schlüsse dieser Blätter den Beschlag
schmieden zu, bei ihrer Arbeit am Hufe nicht durch grosse Kunst
fertigkeit, welche in der Regel darin besteht, dass sie den Hufnagel
mit ein bis zwei Schlägen in den Huf treiben und am Hufe mit
dem Messer herumschneiden, oder mit der Hauklinge daran herum
hauen, dass die Späne nur so fliegen, zu glänzen, sondern sich
durch Nachdenken, Bedächtigkeit und Vorsichtigkeit auszuzeichnen,
sowohl bei Prüfung des Ganges, Beurtheilung der Gliedmaassen
und Hufformen der Pferde, als auch bei der Beschneidung und dem
Beschläge der Hufe.
Bei der Hufbeschneidung wiederholen wir zweierlei, wonach
stets zu verfahren ist:
1) den Tragerand der Wand so zu beschneiden, dass alle
Theile desselben gleichzeitig beim Aufsetzen des Hu
fes (also im passiven Moment) auf den Boden mit diesem
in Berührung kommen, und
2) nur die todten Horntheile dabei wegzunehmen und sich in
allen Fällen zu hüten, den Huf, ganz gleich ob gesund
oder krank, an irgend einer Stelle durchzuschneiden, so
dass Blut daran zum Vorschein kommt.
Beim Beschlag oder am Eisen ist nur eins zu merken und zwar:
„Den Tragerand des Eisens stets der Richtung der Wand
zum Erdboden entsprechend und die Bodenfläche desselben
stets plan, d. h. so zu richten, dass alle Theile den Erd
boden gleichzeitig berühren.
Der Huf ist gewissermaassen das Fundament des Pferdes, ein
lebendiges mechanisch-physikalisches Gewölbe, worauf der Pferde
körper ruht und sich darauf im sausenden Rennlauf, Galopp etc.
stützt. Wird derselbe durch schlechte, namentlich durch ungleiche
Beschneidung der einzelnen Theile, unpassenden Tragerand, und
falsche Bodenfläche des Eisens behindert, die Last des Körpers in
der Ruhe wie in der Bewegung mit allen Theilen, insbesondere der
Wand gleichmässig zu stützen, so steht und bewegt der Körper

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