Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
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angelegt und die hineingebrachten Cadaver mit Aetzkalk, und in Ermangelung
desselben mit Asche bestreut und mit Theer oder Jauche begossen werden.
Die Aasgruben müssen entsprechend verwahrt werden; die Plätze, an
welchen sie sich befinden, dürfen mindestens durch drei Jahre als Gras- oder
Ackerland nicht benützt werden. — Auf gleiche Weise ist mit den aufgefundenen
Cadavern des an dieser Krankheit eingegangenen Wildes vorzugehen.
12. Abfälle jeder Art, welche von den milzbrandkranken Thieren stammen,
sowie der Stalldünger und die Streu müssen verbrannt, oder nach vorausgegangener
Ueberschüttung mit Aetzkalk oder Asche tief vergraben werden.
13. Die verseuchten Stallungen, Standorte und Geräthe sind mit Rücksicht
auf die schwere Zerstörbarkeit des Milzbrandgiftes auf das Eingreifendste zu des-
inficiren.
14. Wenn der Milzbrand als Seuche auftritt, ist der Amtsthierarzt, wenn
er nicht in dem Seuchenorte exponirt (domicilirt?) ist, zur Nachschau in Zwi
schenräumen von vier zu vier Tagen anzuweisen. — Bei vereinzelt bleibenden
Fällen genügt dessen Entsendung zur Constatirung der Krankheit und zur Leitung
des schliesslichen Desinfectionsverfahrens.
15. Die eingeleiteten veterinärpolizeilichen Massregeln haben bei verein
zelten Krankheitsfällen ausser Wirksamkeit zu kommen, wenn keine kranken
Thiere mehr vorhanden sind ; bei seuchenartigem Auftreten des Milzbrandes, dann,
wenn innerhalb vierzehn Tagen nach dem letzten Genesungs- oder Todesfälle
eine neue Milzbranderkrankung nicht mehr vorgekommen und in beiden Fällen
die vorschriftsmässige Desinfection der Stallungen, Standorte und Geräthe voll
endet ist.

3. Die Karbunkelkrankheit oder der Rauschbrand.
In Frankreich hat man in neuester Zeit „die Karbunkelkrank
heit, le charbon symptomatique ou externe“ (Arloing und Cornevin
Archives vötdrinaires 1881, No. 15, 8. 579 u. folg.), in Deutschland
„den Rauschbrand, Temphys^me charbonneux“ (Feser, der Milzbrand
auf den oberbayerischen Alpen, Berlin 1876, 8. 69 u. folg.) aus der
Reihe der Milzbrandkrankheiten gestrichen. Es ist vorläufig schwer
zu entscheiden, ob damit 2 wesentlich verschiedene, oder gleichartige
Krankheitszustände gemeint sind. Halten wir uns an den bisher üb
lichen Beschreibungen, so ergeben sich nicht unwesentliche klinische
Verschiedenheiten. Die Karbunkelkrankheit kennzeichnet sich durch
das Auftreten von Geschwülsten an verschiedenen Körperstellen,
beim Rinde namentlich am Halse, im Triel, an den Seiten oder
unter der Brust- und Bauchhöhle, an den Extremitäten oder am
Rücken. Diese Geschwülste sind entweder die Folge einer localen,
oder einer vorausgegangenen allgemeinen Infection. Im ersteren Falle
fehlen zunächst die Erscheinungen eines Allgemeinleidens; dieselben
pflegen jedoch bald einzutreten, wenn nicht durch eine geeignete
frühzeitige Behandlung die Aufnahme des Karbunkelgiftes in das Blut

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