Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/228/
Bacteridien angetroffen zu haben. Dennoch soll dieses fötale Blut
bei geimpften Kaninchen keinen Milzbrand erzeugt haben, während
die mit dem Blute der Muter geimpften Kaninchen an Milzbrand zu
Grunde gingen. Es würde zu weit führen, hier auf die Einwendungen
Colin's gegen die Bacteridien-Theorie noch weiter einzugehen. Es
mag genügen an der Mittheilung, dass dieselben im Ganzen wenig
stichhaltig und nicht im Stande sind, die positiven Errungenschaften
anderer Forscher zu entkräften.
Vorläufig wollen wir die angegebenen Forschungsresultate nur
ad notam nehmen. Die Hoffnung ist indess nicht unbegründet, dass
dieselben im Laufe der Zeit für die Seuchentilgung fruchtbar gemacht
werden können. Wir werden der Vorbauung von Krankheiten überall
da um so mehr unsere Aufmerksamkeit zuwenden müssen, wenn die
ärztliche Behandlung der einmal zum Ausbruch gelangten natürlichen
Krankheit nur wenig oder gar nichts zu leisten vermag, wie dies bei
den meisten (innerlichen) Infectionskrankheiten leider der Fall ist.
In Nord-Amerika richtet seit einiger Zeit eine Rinderseuche
vielfach grosse Verheerungen an, die in den ausgedehnten Ländern
im Norden und Nordwesten des Meerbusens von Mexico ihre Heimath
zu haben scheint und von dort aus von Zeit zu Zeit über einen Theil
der Vereinigten Staaten sich ausbreitet. Diese Seuche gehört wohl
ziemlich sicher zu den Infectionskrankheiten und ist unter dem Namen
„Texasseuche, Texasfieber, Milzfieber (Texas- oder Splenic-fever) a
bekannt. Im Jahre 1866 soll der Rindviehbestand Virginiens durch
fragliche Krankheit fast vollständig vernichtet worden sein. Das
Journal der amerikanischen Agricultur-GesellSchaft (The Journal of
the American Agricultural Association, New-York 1881, Vol. I, No 1,
pag. 260) enthält einen Artikel über den Export-Viehhandel der Ver
einigten Staaten etc., dem ich in Bezug auf das Texasfieber folgen
des entnehme: Das Texasvieh soll an fraglicher Krankheit nicht
sterben, wohl aber Vieh anderer. Racen und Länder, das jenem folgt,
oder Stellen beweidet, auf welchen Texasvieh sich vorher aufgehalten
hat. Der Berichterstatter (Colonel Robert Reverley) brachte im Jahre
1866 einen Transport Rindvieh von 700 Stück aus Texas nach Vir-
ginien. Diese Thiere begannen ihren Marsch im October; in Memphis
wurden dieselben auf die Eisenbahn verladen und gelangten um die
Mitte November nach Virginien. Dieses Vieh wurde hier über viele
Farmen vertheilt und nirgendwo trat die Krankheit auf.
Im Mai des Jahres 1867 importirte ein Herr Eddings 300 Stück

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