Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/232/
Zeit viel Fleisch. Im Uebrigen haben sie mit den Texas-Racen sehr gute Kreu
zungen gegeben.
Man sagt, dass das Texasfieber, wie das gelbe Fieber, mit dem Eintritt
von Frostwetter aufhöre; es ist sehr selten, dass die eingeborenen Thiere an dem
selben erkranken, weder in Texas selbst, noch auf ihren Wanderungen nach den
benachbarten Staaten. Auch pflanzt die Krankheit sich nicht in die nördlichen
und westlichen Districte von Texas fort: gegen Norden transportirtes Texasvieh
wird nicht von derselben befallen. Wenn aber Thiere anderer Herkunft die von
Texasvieh verfolgte Route kreuzen, so werden sie von der Krankheit befallen
und sterben zu Tausenden; dies hat man z. B. bei Colorado-Vieh beobachtet.
Man kann sich fragen, ob die auf diese Weise bei Thieren anderer Staaten ent
standene Krankheit ansteckender Natur ist. Diejenigen Thiere, welche bei Kreu
zung der Route des Texasviehes der Ansteckung entgangen sind, scheinen das
Fieber von ihren sterbenden Stammgenossen nicht zu empfangen.
Wie man sich denken kann, hat eine so gefährliche Krankheit die benach
barten Staaten veranlasst, Schutzbestimmungen zu erlassen; es darf demnach
Texasvieh das Gebiet fraglicher Staaten während der warmen Jahreszeiten nicht
betreten. Um die Transporte von Texasvieh in aller Sicherheit ausführen zu
können, muss man dieselben während der Zeit bewirken, wo das Gras zu wachsen
anfängt und das Vieh gegen Norden marschiren lassen, nach Massgabe wie der
Frühling in dieser Richtung vorschreitet. Wenn man dieser Methode folgt, so
läuft man keine Gefahr. Als Schutzmittel gegen die zur Unzeit bewirkte Ein
wanderung von Texasvieh ist eine Quarantäne-Grenzlinie längs des canadischen
Stromes gezogen worden. Aber die Ausführung dieser Sanitäts-Reglements bietet
in halb wilden Gegenden viele Schwierigkeiten, so dass die Uebertretungen der
erlassenen Gesetze beträchtliche Verheerungen zur Folge gehabt haben. — Dass
diese schreckliche Krankheit nach Europa importirt werde, ist nicht wahrschein
lich, noch dass sie über die Staaten im Centrum von Amerika sich ausbreite;
sie scheint auf Texas begrenzt zu sein und sich nur gegen Süden verbreiten zu
können.

4. Der Rotlilauf der Schweine und anderer Hausthiere.
Unter Rothlauf (Erysipelas) versteht man eine (wahrscheinlich
infectiöse) Entzündung der äusseren Haut, welche ihren Sitz vorzugs
weise in den oberflächlichen Schichten (Papillarkörper) und im Mal-
pighischen Schleimnetze hat. Bei unseren Hausthieren, wie beim
Menschen, kommen solche erysipelatöse Entzündungen gelegentlich
vor und zwar treten dieselben entweder zu einer vorhandenen Ver
letzung als sogenannte „Wundrose“ hinzu, oder sie erscheinen auch
ohne sichtbare Verletzungen. Letzteres ist bei Schweinen manchmal
in ausgedehntem Maasse der Fall, so dass grössere Schweinebestände
in gewissen Jahren und Localitäten von diesem Uebel seuchenartig
heimgesucht und oft in beträchtlicher Anzahl dem Tode überliefert
werden.

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