Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/244/
leicht etwas livid geröthet. Im rechten Ventrikel fand sich ein massig
grosser Pfropf, der vorzugsweise aus einem gelben fibrinösen Gerinnsel
bestand. Der linke Ventrikel war blutleer, während im linken Vor
hofe eine lockere Blutgerinnung in geringer Menge vorhanden war,
in welcher sich auch eine gelbe Gerinnungsmasse ausgeschieden hatte.
Der Herzbeutel war stellenweise mit stecknadelkopfgrossen und
etwas grösseren Sugillationen besetzt. An dem serösen Ueberzuge
und der serösen Auskleidung des Herzens waren nur vereinzelte steck
nadelkopfgrosse Blutunterlaufungen vorhanden. Die Nasenschleimhaut
war in grösserer Ausbreitung blutig unterlaufen.
Das aus den Gelassen ausgetretene Blut war überall fest ge
ronnen.
Die mikroskopische Untersuchung dieser Ausscheidungen ergab
zahlreiche Kugelbacterien und vereinzelte Stäbchen, über deren Be
deutung ich nichts Bestimmtes anzugeben vermag.

5. Die Pocken unserer Bausthiere.
Als „Pocken oder Blattern“ bezeichnet man eine acute, fieber
hafte Infectionskrankheit, bei welcher es zur Bildung von Knötchen,
Bläschen und Pusteln auf der äusseren Haut und auf den Schleim
häuten kommt. Diese verschiedenen Formen des Exanthems folgen
sich in der eben angegebenen Reihenfolge (Knötchen, Bläschen, Pusteln),
sind indess bei Thieren nur an solchen Hautstellen deutlich zu ver
folgen, welche nicht pigmentirt und nur dünn behaart sind. Zunächst
bilden sich an den betreffenden Stellen Knötchen, deren jedes von
einem rothen Ringe oder Hofe umgeben ist. In den nächstfolgenden
Tagen entwickeln sich diese Knötchen zu durchscheinenden, klaren
Bläschen, welche einen fächerigen Bau haben, wodurch sie sich von
einfachen blasigen Erhebungen der Epidermis wesentlich unterscheiden;
ausserdem sind die meisten dieser Bläschen durch eine Einschnürung
ihres Mittelpunktes, durch die sogenannte „Delle oder den sog.
Nabel“ ausgezeichnet. Diese Bläschen verwandeln sich in Pusteln,
indem ihr anfangs klarer lymphatischer Inhalt sich in Eiter umbildet.
Durch Zunahme ihres Inhaltes werden sie hierbei praller gefüllt
und verlieren dadurch ihre Delle, die indess mit der nun bald fol
genden Eintrocknung wieder hervortreten kann. Die Pusteln trocknen
nämlich schliesslich zu bräunlichen Krusten ein, welche spontan ab
fallen, sobald unter ihnen die Haut vernarbt ist. Je nachdem der

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