Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/373/
es auch an Empfehlungen derselben gegen die Kopfkrankheit des
Rindes nicht gefehlt. Nachdem Schmelz von den bis dahin gerühmten
Methoden in den meisten Fällen im Stiche gelassen worden war, ver
suchte er (wie andere Practiker) die Carbolsäure. Er gab dieselbe
in gleichen Theilen Spiritus gelöst zu 5 Grm. in einer Flasche
Wassers, alle 4 Stunden eine solche Gabe; gleichzeitig entwickelte
er im Stalle schwache Theerdämpfe. Der Erfolg war angeblich ein
sehr günstiger.
Obgleich auch andere Berichterstatter das Mittel rühmen, so
zweifle ich doch, dass dieser Ruhm von langer Dauer sein wird. Ich
befürchte, dass die auf dasselbe gesetzten Erwartungen sich eben so
wenig verwirklichen werden, als dies bei anderen Infectionskrank-
heiten der Fall gewesen ist.

10. Die Rotzkrankheit.
Die Rotzkrankheit ist eine ansteckende, in der Regel unheil
bare Krankheit, welche vorzugsweise häufig unter den Einhufern
auftritt, aber keineswegs diesen allein eigenthümlich ist, wie früher
vielfach geglaubt und behauptet wurde, sondern auf verschiedene andere
Thiergattungen, so wie auf den Menschen übertragen werden kann.
Die klinischen Erscheinungen dieser Krankheit können mannigfach
verschieden sich gestalten, so dass dadurch mehrere, äusserlich ein
ander nur wenig ähnliche Formen entstehen, welche indess ihrem
eigentlichen Wesen nach nichts desto weniger gleich sind, insofern
der Ansteckungsstoff der einzelnen Formen in seinen Wirkungen
derselbe ist, und je nach Umständen, bald diese, bald jene Rotzform
erzeugt. Eine wesentliche Verschiedenheit der Form wird nament
lich durch die verschiedene Localisation der Rotzprozesse bedingt.
Dieselben haben nämlich zwei Prädilectionsstellen, die Respirations
Organe und die äussere Haut, incl. das Unterhaut - Bindegewebe.
Indess werden bei rotzigen Thieren zuweilen auch in anderen Körper
theilen (Leber, Milz, Hoden, Nieren etc.) pathologische Veränderungen
angetroffen.
Die am längsten gekannten Rotzformen sind (nach der heutigen
Nomenclatur bezeichnet): „der Nasenrotz Ä und „der subcutane Rotz“;
letzterer wurde früher „Wurm“, jener schlechtweg „Rotz“ genannt.
In neuerer Zeit hat man noch 2 andere Formen kennen gelernt,
deren Diagnose häufig grosse Schwierigkeiten bietet; es sind dies:

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