Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/446/
sprechen aber ausser zahlreichen klinischen Erfahrungen, auch ein
zelne positive Impfresultate für die Möglichkeit einer endogenen Ver
mehrung des Staupekeimes, so dass die Hundestaupe wahrscheinlich
eine miasmatisch-pontagiöse Infectionskrankheit darstellt. Der An
steckungsstoff scheint flüchtig und fix zu sein.
Semmer behauptet (Zeitschrift für Thiermedicin Bd. I, 8. 204
bis 207) in verschiedenen Organen, im Blute und im Harn bei 600-
facher Vergrößerung Kugelbacterien und kleine Stabbacterien gefun
den zu haben, welche er für die Erreger der Staupe zu halten geneigt
ist. (Fig. I—VI, 8. 206 1. c.: I. Staupebacterien, II. Milzbacterien,
III. Septische Bacterien, IV. Fäulnissbacterien, V. Rotzbacterien,
VI. Rinderpestbacterien.)
Friedberger (Jahresbericht der Münchner Thierarzneischule 1877
bis 1878, S. 65) konnte diese Bacterien bei einer grösseren Anzahl
an Staupe erkrankter Hunde trotz aller aufgewandten Mühe nicht
finden. In seinem erwähnten Vortrag „die Staupe der Hunde“ sagt
Friedberger S. 50: „Bis jetzt ist es mir blos möglich geworden Bac
terien, die den von Semmer beschriebenen in der ausserordentlichen
Zartheit und Kleinheit gleichkamen, dabei sehr lebhaft beweglich
waren, nebst Unmassen von Mikrokokken in den Entzündungsherden
der Lungen zu finden“ .... Ob dieselben zur Staupe in ursächlicher
Beziehung stehen, lässt Friedberger unentschieden.
Wenn demnach der eigentliche Krankheitserreger der Hunde
staupe noch nicht sicher nachgewiesen ist, so darf doch als wahr
scheinlich angenommen werden, dass derselbe organischer und spe
zifischer Natur ist. Die Disposition der verschiedenen Individuen für
die Wirksamkeit des Staupegiftes scheint indess durch gewisse Mo
mente in der Aufzucht gesteigert und gemindert werden zu können.
Namentlich kommt hier die Ernährung der Hunde in den verschie
denen Altersperioden in Betracht. Zunächst darf man nicht vergessen,
dass auch an das Mutterthier keine zu hohen Anforderungen gestellt
werden dürfen. Hering (Repert. 1870) stellte fest, dass junge Hunde
in 9 bis 10 Wochen das 10 bis 11 fache des Gewichtes erreichen,
welches sie unmittelbar nach der Geburt haben. Es folgt hieraus,
dass eine säugende Hündin, selbst bei sehr guter Fütterung, nur eine
kleine Anzahl Junge ausreichend mit Milch zu versorgen vermag und
dass es daher unzulässig erscheint, derselben 6 bis 8 Junge, oder gar
noch mehr als Säuglinge zu belassen. Dann vergesse man nie, dass
der Hund von Natur ein Fleischfresser, somit auf Fleischnahrung an
gewiesen ist. Bei Jägern (und anderen Laien in medicinischen Dingen)

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