Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/478/
dies ohne Gefahr geschehen kann, eingefangen, sicher verwahrt, dessen sofortige
Tödtung aber vermieden werden, damit durch sachkundige Beobachtung festge
stellt werden könne, ob die Wuthkrankheit vorhanden sei oder nicht.
Der Transport eines solchen Thieres in einem sichern Gewahrsam und die
Vornahme der thierärztlichen Untersuchung und weiteren Beobachtung desselben
ist von der Sicherheitsbehörde unverzüglich zu veranlassen.
Sind solche Thiere getödtet worden, oder während der Verwahrung und
thierärztlichen Beobachtung umgestanden, so sind dieselben jedenfalls der Section
zu unterziehen (§ 35, letztes Alinea).
So lange die Thiere bei der thierärztlichen Untersuchung gesund befunden
werden und keine Veränderung in ihrem Verhalten zeigen, welche den Verdacht
der Wuthkrankheit begründen, dürfen sie innerhalb der Ortsgemarkung verwendet
werden.
Treten solche Veränderungen ein, so ist hievon sofort die Anzeige zu er
statten, und die Thiere, wofern nicht der Eigenthümer die Tödtung sogleich zu
veranlassen findet, abgesondert und abgesperrt zu halten. Bei festgestellter Wuth
krankheit sind dieselben zu todtes.
Ein Wechsel des Standortes solcher Thiere während der Beobachtungs
perlode ist verboten.
Die angeordneten Schutzmassregeln haben sich, falls der Verdacht der
Wuth bei dem herumschweifenden Hunde nicht grundhältig beseitigt ist, auf alle
Ortschaften, in welchen der wuthkranke oder wuthverdächtige Hund herumge
schweift ist, sowie auf jene Ortschaften zu erstrecken, die bis 4 Kilometer von
den ersteren entfernt sind. Sie haben während eines Zeitraumes von wenigstens
3 Monaten fortzubestehen. Ausnahmen hievon können nur bezüglich der Hirten-
und Jagdhunde, jedoch nur für die Zeit, während welcher und für die Localität,
in der sie ihrer Bestimmung entsprechend verwendet werden, von der politischen
Bezirksbehörde zugestanden werden.
Die Desinfection der Localitäten, in welchen wüthende Thiere untergebracht
waren, ist '»auf das genaueste vorzunehmen. Die bei wüthenden Hunden und
Katzen während der Dauer ihrer Krankheit in Gebrauch gewesenen hölzernen
Gegenstände und das Lagerstroh sind zu verbrennen, eiserne Geräthe aber aus
zuglühen.
Die Cadaver wuthkranker Thiere sind wie die Cadaver milzbrandkranker
Thiere zu behandeln.

15. Die Maul- und Klauenseuche der Hausthiere; auch Bläschen- oder
Aphthenseuche genannt.
Wie der Name sagt, treten die äusseren Localisationen dieser
Infections-Krankheit vorzugsweise an den Klauen, sowie im Maule
auf — und zwar an beiden Orten zugleich, oder nur im Maule, oder
nur an den Klauen. Dieselbe wird nicht nur bei unseren Hausthieren
häufig seuchenartig, sondern auch zuweilen bei wild lebenden Thieren
angetroffen und kann auch auf den Menschen übergehen.

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